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Drittes Buch. V. Handel und Wandel.
Rheinschiffe unter den Mauern von Köln.
Faksimile aus dem großen Holzschnitt des Anton von Worins aus dem Jahre 1ö31.
Fleiße ihrer Bürger. Ersterelag besonders in den Schätzen,welche Salz- nnd andere Berg-werke darboten; letzterer äußertesich in Tuchweberei nnd anderenGewerben. Viel trugen dazuauch die Freiheiten bei, welchedie Kaiser bevorzugten Städtenverliehen; und auch die Kolo-nien auswärtiger Leute, die sichunter dem Schutze der früherengeistlichen Herren angesiedeltund vergrößert hatten, wirktenzur Hebung der Städte mit.
Der angedeuteten Steige-rung des Verkehrslebens gingenindessen die engherzigsten Maß-regeln voran, welche die Städte,obschon sie jenen Aufschwungam meisten beförderten, ausEigennutz trafen, um ihren Wohl-stand auf Kosten anderer zumehren. Je bedeutender siedurch ihre Lage nnd Blütewaren, desto mehr Vorrechte
hatten sie sich im Laufe der Zeit zu verschaffen gewußt; sie erhoben-nun, wie auch die Landes-herren, immer mehr Zölle, Weg- und Brückengelder, die den Verkehr belästigten. Die anFlüssen gelegenen Städte beherrschten vermittelst des sogenannten Stapelrechtes einen ihrer
Größe angemessenen Teil desStrvmlaufes und konnten diegeringeren Städte desselbenFlusses zu starker Einschränkungihres Handelsverkehrs zwingen,während ihre Rechte viel wei-ter reichten. So besaß an derDonau Wien, am Rhein Kölndas weiteste Stapelrecht, vorwelchem dort Regensburg nndPassau, hier Mainz und andereStädte zurückweichen mußten,während sich an der Elbe Magde-burg und Hamburg um denVorrang stritten und der Her-zog von Braunschwcig dies be-nutzte, um beide zu übervor-teilen. Andere Städte, denendie Wasserstraßen fehlten, übtengegen die Handelsleute einer ge-wissen Landesstrccke den Zwangaus, daß dieselben keinen an-Rheinschiffe unter den Mauern von Köln. deren Weg als den durch ihre
Faksimile aus dem großen Holzschnitt des Anton von Worms aus dem Jahre 1531. Stadt führenden nehmen sollten;