Wandlungen im Kloster- und Mönchsleben.
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Welt aufgegeben hatten und sich mehr und mehr auf sich selbst und ihre engeren Interessenzurückzogen, soweit sie nämlich ihr Fortbestehen noch durchführen konnten.
Viele Klöster aber verweltlichten sich damals zu Ritter- oder Chorherrenstiften, oder zuVersorgungsanstalten für Weltgeistliche. Dabei muß aber anerkannt werden, daß die Kirchefortfuhr, wohlthätige Anstalten, besonders Krankenhäuser (sog. Elendsherbergen) zu errichten,welche in manchen einsamen Gegenden lange Ketten bildeten und in jenen unsicheren Zeitender Bevölkerung vielen Schutz und Trost gewährten. Fortdauernde Schenkungen frommer Leutetrugen erheblich dazu bei, den kirchlichen Organen solche Leistungen, aber auch Übergriffe indas weltliche Gebiet möglich zu machen.
In völligen Gegensatz zu den reichen Klöstern stellten sich die Franziskaner durch ihrAuftreten und Einstehen für die Pflege der deutschen Sprache in Predigt und Schrift einerseits,
Ansicht von Nürnberg im 15. Jahrhundert.
Verkleinertes Faksimile einer Tuschzeichnung des 15. Jahrhunderts. Nürnberg, Germanisches National-Museum.
Im Vordergründe rechts vor der Stadt (es ist das Terrain in der Nähe der jetzigen Hallerwiese) liegt die Papiermühle von UlmanStromer, welche als erste in Deutschland im Jahre 1390 gegründet wurde.
sowie für das Prinzip der Armut Christi anderseits, in welchem nichts Geringeres lag, als dieschärfste Verurteilung des Luxus, den damals der päpstliche Hof und der höhere Klerus trieben.Diese Haltung wurde namentlich bedeutungsvoll, als Papst Johann XXII. die Anhänger KaiserLudwigs (seit 1330) mit dem Interdikt belegte, trotzdem aber die Minoriten der kaiserlichgesinnten Städte — zu denen unter anderen einer der wenigen besseren Geschichtschreiber seinerZeit, Johannes von Winterthur in Lindau am Bodensee, gehörte — die Messe lasen undsich sogar offen gegen die Habsucht und Bestechlichkeit in höheren Kirchenkreisen anssprachen.
Die Städte begünstigten überhaupt die Bettelorden, denen nicht, wie den begütertenBenediktinern, der Landbau zu Gebote stand, und die daher ihre Wirksamkeit vorzüglich in derSeclsorge der Stadtbewohner suchten. Auch der wohlthätigen Frauengenossenschaft der Beghinenwurde in den Städten gern Aufnahme gewährt; Köln zählte im Jahre 1250 über tausendMitglieder derselben, und in Straßburg hatten sie bis 1350 vierzig Ordenshäuser.
Die Städte waren es eben, auf denen die Zukunft des Verkehrs beruhte. Die namhafterenunter ihnen verdankten ihr Emporblühen entweder einer Begünstigung durch die Natur oder dem
Deutsche Kulturgeschichte. 25