Die Landsknechtsheere.
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machenden schweren Geschütze (S. 359), und namentlich seine beiden Kartannen „Weckanf" und„Pnrlepaus", „wie ein mittelalterlicher Ritter sein Schlachtschwert und Streitroß"; er selbst nahmam Gießen und Bohren der Feuerrohre teil. Er war auch der Schöpfer des Instituts der Landsknechte(S. 358). Dieselben bildeten seit dem Jahre 1487 eine fest organisierte Schar von Landeskindern anStelle der vorher die Kriege beherrschenden zuchtlosen Söldner, die ohne Wahl jedem Zahlendendienten und unter denen alle Völker bunt durcheinander gewürfelt waren. Diese Einrichtungwar allerdings die gleiche, mit welcher die Schweizer schon ein Jahrhundert früher ihreSiegeslanfbahn begonnen hatten, nur unter anderem Namen. Zufälliger, aber bezeichnenderWeise fand gerade im Jahre der Gründung des Landsknechttums das letzte größere Turnierin Deutschland statt; denn die neueErscheinung machte den Ritter-heeren und damit dem Rittertumnach mittelalterlichen Begriffen einEnde. Bald danach, im letztenJahre des fünfzehnten Jahr-hunderts, traf auch die letztemittelalterliche Söldnertruppe derUntergang. Es war die „schwarzeGarde", welche, nachdem sie inverschiedenen Ländern gewütet, imDienste König Johanns von Däne-mark gegen die für ihre Freiheitsich wehrenden DitmarscherBauern fiel, die mittels Durch-suchung der Deiche das Meer zuihrer Hilfe herbeigerufen hatten.
Die „frummen," das heißttapferen Landsknechte waren einÜbergang von: Söldner- zumstehenden Heere. Sie waren zwargeworbene, aber sorgfältig aus-gewählte Krieger; jeder mußteseine Bewaffnung mitbringen. DieWerbung leitete ein von dem Lan-desherr» ernannter Feldoberst oderMnsterherr, der wieder seine Offi-ziere auswählte. An herbei-strömender Mannschaft fehlte esniemals, wenn die Werbetrommelerscholl, da jeder kräftige Burschedas lustige Feldleben dem Stubensitzen oder der Landarbeit vorzog. Sogar Edelleute fandensich darunter — Kaiser Max trug selbst einst an der Spitze von Fürsten und Rittern dieLanze auf der Schulter — und „fahrende Schüler" nahmen nicht selten zur Abwechselungdas Schwert statt des Wanderstabes in die Hand. In der That hätten die Landsknechtewährend ihrer Blütezeit, wenn nicht die auseinanderstrebenden Interessen der Einzelstaatengewesen wären, das Reich retten und auf die erste Stelle in Europa wieder erheben können;denn kaum ein Land unseres Erdteils gab es, das nicht von ihrer Tapferkeit zu erzählengewußt hätte.
Die Landsknechte erhielten bei ihrer Anwerbung von dem „Pfennigmcister" ein StückGeld „auf den Lauf" und empfingen monatlichen Sold. Mit einer gewonnenen Schlachtaber wurde stets die Berechnung eines neuen Monats begonnen. Sie bildeten „Regimenter,"ohne daß für diese Schlachthaufen eine bestimmte Stärke festgesetzt gewesen wäre.
Landsknecht init seinem Weibe.
Faksimile des Kupferstiches von Daniel Hopfer (um 1500).
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