Band 
Erster Band.
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Landsknecht mit Schwert, Pfeifer, Trommler, Fahnenträger und Landsknecht mit Helnibarte.Fatsiinile des Kupferstiches von Daniel Hopser <um 1S00).

Im Vergleiche zu den früheren Söldnern war die Zucht der Landsknechte musterhaft,aber für heutige Begriffe und Anforderungen noch locker genug. Sie gehorchten keineswegsdurch dick und dünn, sondern machten Bedingungen; sie behielten sich vor, gegen diese undjene Feinde nicht zu fechten, und selbst den Aufruhr scheuten sie nicht, wenn der Sold ausblieboder sonst etwas ihnen zuwider war. Doch bewahrten sie so viel religiösen Sinn, daß sievor und nach jeder Schlacht auf die Knie fielen und beteten. Die Mannschaft wurde auf„Artikelbriefe" beeidigt, welche die Punkte regelten, zu denen alle Landsknechte eines „Regiments"verpflichtet waren. Verbrechen, Plündern in vertragsmäßig eingenommenen Orten, Fahnen-flucht, Ungehorsam, Verrat und andere grobe Vergehen unterlagen harten Leibesstrafen, dieschwereren Fälle wurden mit dem Tode gebüßt. Ein Kriegsgericht unter dem Vorsitze desvom Feldhauptmann dazu ernannten „Schultheißen" entschied über Verhängnng dieser Strafenauf freiem Felde zwischen Schranken, um welche die Landsknechte einen Ring bildeten.

Die Anklage des Fehlbaren und den Vollzug des Urteils besorgte der Profoß, „dieseltsamste Figur des ganzen Hansens, dessen Würde deutsche Manncsstrenge und deutschen.Ernst mit fast gemütlicher Persönlichkeit umkleidete und verdeckte, die tausendäugige, überallgegenwärtige Femgewalt, eine Figur, so eigentümlich deutsch, wunderlich und halb komischund doch wieder so entsetzlich finster". Der zum Tode Verurteilte nahm von seinen KameradenAbschied und bat sie um Verzeihung.

Die Todesstrafe wurde durch Schwert oder Strang vollstreckt, wegen Verrats durchVierteilen oder Rädern, — oder auch durch das, gewissen Truppenkörpern ausdrücklich ver-liehene „Recht der langen Spieße." Dabei wurde der Schuldige nach Abstimmung der„Gemeinde" der Landsknechte über sein Schicksal durch die „Gasse" seiner Genossen gesandt.War er von ihren Speeren durchbohrt gefallen, so knieten alle nieder und beteten für diearme Seele, dann schössen sie über dem Leichnam eine Salve ab und zuletzt empfingen sieden Dank des Prosossen für ihre gute Justiz. Zur Vollstreckung der Todesurteile andererArt hatte der Profoß einen rot gekleideten Nachrichter (Freimann) zur Seite. Die Gefangenenverwahrte der „Stockmeister" mit seinen „Steckenknechten."

Damit jeder Richtung des damaligen blutigen Willens der „Kriegsfurie" Genügegeschehe, gab es noch einen „Brandmeister," der mit der Fackel in der Hand stolz zu Pferdesaß und das unvermeidliche „Sengen und Brennen" leitete, dem gegenüber die rücksichtlosePlünderung eroberter Städte noch als ein beneidenswertes Schicksal erschien.