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Zweiter Band.
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Viertes Buch. II. Die Reformation und ihre Folgen.

heruntergekommenen Resten der altevangelischen Gemeinden (I. S. 411) zu kämpfen, welchewegen ihrer Verwerfung der Kindertaufe „Wiedertäufer" genannt wurden, und ihm mit un-reifen sozialistischen Plänen entgegentraten. Der Rat von Zürich verhängte über sie die Strafedes Ertränkens. Zwingli aber wußte dem Fortschritte gerecht zu werden und doch damithauszuhalten: er betrachtete die Kindertaufe nicht als Bekenntnis- und Verpflichtungsakt desTäuflings, sondern als dessen Aufnahme in die Kirche und hielt sie demgemäß aufrecht. Soschlug er die Extremen aus dem Felde, beseitigte aber auch alles, dessen Abschaffung ihmerforderlich schien; er schritt auch selbst zur Ehe. Seine von den Zürichern angenommene

Ein Haufe kämpfender Bauern.

Faksimile aus dem Holzschnitt, 1522, von Hans Lützelbnrger (7 1526) nach Hans Holdem d. I. (1497— 154 s).

Richtung verbreitete sich in großen Teilen der Schweiz und hätte sich noch weiteres Gebietgewonnen, wenn er sich nicht durch die Radikalen zur kunstfeindlichen Bilderstürmerei hättehinreißen lassen, wodurch seine Kirche sich öde und kahl gestaltete.

Immer tiefer klaffte in Deutschland der Riß zwischen den Alt- und den Neugesinnten;der letzte Scheinrest von Reichseinheit, das sogenannte Reichsregiment (I. S. 494), ging ausden Fugen. Der Kaiser aber weilte fern in Spanien; dem reformatorischen Papste war wiederein prunkender Mediceer, Clemens VII., gefolgt, der nur den Zwang als Heilmittel kannte,aber zu schwach war, ihn anzuwenden, — unter diesen Verhältnissen brach die furchtbarsteKatastrophe herein, welche Deutschland bis dahin gesehen hatte. Nur wenige Monate des