Die neuhochdeutsche Schriftsprache.
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in England, wo er den Stahlhof Londons ausschmückte, Hofmaler des blutigen Heinrich VIII.wurde und eine große Zahl von Bildnissen hochgestellter Zeitgenossen malte, die sich alle durchihren Packenden Realismus auszeichnen.
Den Übergang zu der auf die deutsche Kunstblüte folgenden holländischen bildete dieniederrheinische Schule, deren namhaftester Meister Barthel Brühn aus Köln (1493—1557)„einer der ersten deutschen Vertreter einer Kunstanschauung war, welche nicht in der Natur,sondern in der Manier eines oder mehrerer italienischer Meister den Kanon künstlerischenSchaffens sah". Das Zeitalter Dürers und Holbeins verblaßte. Zwei Jahrhunderte folgten,in denen der deutschen. Malerei ursprüngliche, frische Schaffenskraft völlig fehlte. —
Unsere deutsche Litteratur hat im Zeitalter der Reformation und durch dieselbe, ob-gleich keine so hohe Blüte wie dreihundert Jahre früher und ebensoviel später, so doch eineimmerhin erfreuliche Zwischenblüte erlebt. Derselben war der besondere Charakter der Be-gründung und Pflege der neuhochdeutschen Sprache eigen. Der Humanismus des fünfzehntenJahrhunderts (I. S. 418 ff.) hatte zu Gunsten der klassischen Zungen die deutsche Muttersprachehintangesetzt, die in Gefahr war, durch ihn zum bloßen Volksdialekt herabgedrückt zu werden.
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Zwei Holzschnitte von Hans Lützelburger (1 1526) aus Hans Holbeins Totentanz.
Als aber der humanistischen die reformatorische Bewegung folgte, wurde dies anders. Diedeutsche Sprache gelangte wieder zu den Ehren, die.ihr gebührten, und das deutsche Volkwurde für seine konfessionelle Zerrissenheit durch seine Spracheinheit entschädigt.
Diese litterarische Zwischenblüte ist, obschon aus der damals in riesigem Maße er-scheinenden Flugschriften-Litteratur nur wenige Namen von Bedeutung hervortreten, nichtzu unterschätzen. Überschätzt wird sie ohnehin nicht; den Katholiken ist sie zu protestantisch,den Verehrern der Reformation zu weltlich, den Freunden des Feinen und Eleganten zu grobund rauh, um nicht zu sagen roh. Das brachte indessen die Zeit mit sich, welche an herbenKämpfen so reich war, wie kaum eine andere. Was von dieser deutschen Litteratur des sech-zehnten Jahrhunderts sich mit der Reformation selbst verknüpfte, ist zu ihren eigentlichen Er-zeugnissen nicht mehr als die Einleitung, aber nur diese kann uns hier beschäftigen. Wasdagegen der zweiten Hälfte des Jahrhunderts angehört, steht, soweit es beachtenswert ist, schonüber den konfessionellen Kämpfen und zielt auf eine neue Entwickelungsperiode, welche, ebensowie die über den Humanismus hinausgehenden Fortschritte der Wissenschaften, in den folgendenAbschnitten ihre Darstellung finden werden.
Am Eingangsthore jener reformatorischen Schicht der deutschen Litteratur steht, was dieProsa und die geistliche Poesie betrifft, Luther, was die weltliche Dichtung angeht, Hütten.