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Zweiter Band.
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Viertes Buch. III. Kunst und Litteratur der Reformationszeit.

Gewänderprunk und landschaftliche Zuthaten zeigte. Auch an dexVerherrlichung Maximilians I. nahm er hervorragenden Anteil; erzeichnete für das umfangreiche Holzschnittwerk des „Triumphzuges"(I. S. 460 fst, 466 f.) und war ein Hauptmitarbeiter an denIllustrationen des „Tenerdank" und hauptsächlich des „Weißkunig"(I. S. 447), die in kulturhistorischer Beziehung so überaus lehrreichfür die Zeit dieses interessanten Künstlers sind. In seinem Geisteführte Christoph Amberger (f 1561) die Augsburger Schule fort,während in Ulm Martin Schaffner (f um 1541), in Memmingender als Bildnismaler hervorragende Bernhard Strigel wirkte.Beide Schulen aber traten hinter die von Augsburg zurück, ausder als „Genius, welcher der schwäbischen Kunst alle provinzielleBeschränktheit abstreifte", der jüngere Hans Hold ein (1497—1543)hervorging. Dieser erste moderne deutsche Maler und Holz-schneider wandte sich, nachdem er in der Werkstatt seines Vatersdie erste Ausbildung erhalten hatte, nach Basel. Dort hatte seitdem Emporblühen der von Papst Pins II. im Jahre 1460 ge-

gründeten Universität die Bücherproduktion (I. S. 429) einen be-deutenden Aufschwung genommen. Mehr und mehr wurde der Holz-

schnitt zur Ausschmückung der aus Gutenbergs Erfindung ent-springenden Druckerzeugnisse hinzugezogen, und so war Basel zu

einem Orte geworden, an dem die Künstler Aufträge für den Holz-

MZ schnitt zu zeichnen in Fülle finden konnten. Hier nahm Hans Hol-dein eine staunenswerte Entwickelung. Hier wurde er bekannt mitden Schriftstellern des klassischen Altertums und mit den WerkenzM der Humanisten, aus denen ihm Aufgaben erwuchsen, in deren

DD Lösung sein reger gestaltungskräftiger Geist immer neue Nahrung

W fand, und die ihn aus einen Weg leiteten, der ihn schließlich zu

>>8 einem Höhepunkt des künstlerischen Schaffens führte, welcher ihn

M neben den großen Albrecht Dürer stellt. Von 1515—1526 lebte

>W Holbein mit nur kurzen Unterbrechungen in Basel, wo er Bürger

W wurde. Eine Menge der köstlichsten Zeichnungen für den Holzschnitt

W fertigte er in dieser Zeit; darunter die mit kecker Satire gemischten

D Illustrationen zu des Erasmus „Lob der Narrheit" (I. S. 437);

D seine Bibelillustrationen, welche die Reformation fördern halfen,

H und auch seine „Totentanz"-Zeichnungen: in einem Initial-Alphabet diexj eine Reihe, die andere in einem Entwürfe für eine Dolchscheide, die) dritte, welche von Hans Lützelburger mit vollendeter Meisterschaft inf Holz geschnitten wurde, in vierzig Bildern, die mit erschütterndem Ernst' und mit spottender Ironie die Überraschung der verschiedenen Ständedurch den Tod schildern. Auch für die Wanddekoration der Häuser undfür das Kunstgewerbe war er hier thätig und hervorragende Gemäldevon ihm entstammen dieser Epoche. In seinen um 1521 gemaltenPassionsbildern glüht und stürmt reiche Beweglichkeit und waltet bereitsreformatorischer Geist; es sind nicht mehr religiöse, es sind auf freierForschung und unbefangener Behandlung beruhende geschichtliche Dar-t stellungen von mächtig ergreifender Wirkung, die ein von Scene zu' Scene fortschreitendes Drama darstellen. Am Schluß des Baseler Aufent-haltes malte er sein Hauptwerk, die Madonna des Bürgermeisters JakobMeyer (jetzt in Darmstadt, spätere Kopie in Dresden), die neben Dürers

Totentanz-Zeichnung vonHans Holbein: Entwurfzu einer Dolchscheide.

Aposteln die herrlichste Schöpfung deutscher Tafelmalerei der Renaissanceist. Von nun an lebte der Meister fast ununterbrochen bis zu seinem Tode