Thätigkeit der Jesuiten. Die Spanier am Rhein.
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katholische Propaganda am eifrigsten betreibende Papst (1572—1585), erneuerte das von Loyolagestiftete Oollsglnin xsrmanienm in Rom, auf dem junge deutsche Geistliche zu Agitatorengegen die Reformation ausgebildet wurden. Von da aus gingen nun die Schritte, welche er-forderlich waren, die „Ketzerei" zu vernichten. Überall tauchten die in Trient vorgeschriebenenPriester- und Knabenseminare auf; an den katholischen Universitäten, zuerst in Dillingen, wurdennur noch nach Ablegung des tridentinischen Glaubensbekenntnisses Grade erteilt, und im Erz-bistum Trier mußten die Schullehrer dasselbe unterschreiben. Die früher so schlaff gewordenengeistlichen Fürsten versäumten keine Prozession, keine Vesper mehr.
Jetzt handelte es sich auch darum, die duldsamen und teilweise zu Reformen geneigtenBischöfe durch glaubenseifrige zu ersetzen. Philipp II. von Spanien war dazu eifrig behilflich.Den Anfang machte die Wahl Ernsts von Baiern, des Sohnes Albrechts, zum Bischof vonHildesheim, das beinahe ganz evangelisch war.
Der Abt von Fulda, der früher protestantischeBalthasar von Dernbach, rief die Jesuiten herbeiund unterdrückte 1570 die Reformation. Dasselbethat der vorher duldsame Mainzer Kurfürst DanielBrendel, der aus seinem sächsischen Gebiete, demEichsfelde, die protestantischen Prediger verjagteund Jesuiten an ihre Stelle setzte. So unrecht-mäßiges Verfahren reizte die Protestanten, derenkaiserliche Privilegien bei diesen Eroberungen niebeachtet wurden, stellenweise zum Widerstände.
Der Abt von Fulda wurde von seinem Adel über-fallen und zur Abdankung gezwungen; bei derReaktion in seinen Gebieten verblieb es aber. Aufden beinahe reformierten kranken Herzog Wilhelmvon Jülich übte Philipps II. Feldherr Alba vonden Niederlanden aus einen so starken Druck, daßderselbe zur alten Kirche zurückkehrte und die ge-waltsame Bekehrung seines Landes duldete. Erz-bischof von Köln war seit 1577 Gebhard Truch-seß, der anfangs zum Papismus hielt, nach undnach aber von der Wahrheit der evangelischen Lehrensich überzeugte. Wie andere seiner vornehmenGenossen, war auch er nicht von strengem Lebens-wandel; er hatte mit der Gräfin Agnes von Mans-feld, einer Kanonissin im freiadlichen Stift zuGerresheim, ein Liebesverhältnis angeknüpft. Erentschloß sich, dasselbe zum Ehebunde zu erheben(1583), nachdem er vorher zur Reformation übergetreten (1582). In den aus diesem Schritteentspringenden Feindseligkeiten unterlag er kaiserlichen und spanischen Truppen, wurde mit dempäpstlichen Banne belegt und mußte fliehen. Den Erzbischof Heinrich von Bremen aber, derauch Bischof von Paderborn und Osnabrück war, verhinderte nur ein früher Tod am förm-lichen Übertritte. Sofort nahmen Jesuiten, von jener Waffengewalt unterstützt, die Gebietebeider Kirchenfürsten ein; sie eroberten ganz Westfalen, das nun thatsächlich eine bairischeProvinz wurde. Denn Ernst, der auch von sehr leichten Sitten war, erhielt zu den dreiBistümern, die er bereits besaß, noch das Erzstift Köln und dann noch Münster dazu. DieBischöfe von Bamberg, Würzburg und Salzburg rotteten (1586) den Protestantismus in ihrenLanden vollständig aus und bevölkerten die Klöster wieder. Die freie Stadt Köln, in der eseine starke protestantische Strömung gab, bestrafte den Besuch der reformierten Predigt mitKerker und Geldbußen. Die Bürgerschaft von Aachen hatte allen Mandaten, durch die derKaiser dem Papismus wieder zur Alleinherrschaft in der alten Krönungsstadt hatte verhelfen
Cöln.
Die Fahne von Köln-
Faksimile eines Holzschnittes in Jakob Köbels Fahnenbnch,Nördlingen 1540 .