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Viertes Buch. IV. Die Gegenreformation.
Die Garden Kaiser Rudolfs II.
Zwölf Radierungen, 1587 , von Jalob de Gheyn ( 1565 —ISIS), nach Heinrich Goltzius ( 1558 — 1617 ).
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wollen, festen Widerstand geleistet. Jetzt wurde die Stätte, von der die alte deutsche Kaiser-herrlichkeit ihren Ausgang genommen, am 30. Juni 1598 in kaiserliche Acht erklärt. KurfürstErnst von Köln wurde mit der Vollstreckung derselben beauftragt, und nun rückte spanischesKriegsvolk vor Aachens Mauern. Die ganze Stadt wurde zum Papismus zurückgezwungen.Im Herbst darauf brach der fanatische Admiral Francisco Mendoza mit 20,000 Spaniernin Deutschland ein und stellte im ganzen Rheingebiete auf beiden Seiten des Stromes unterfurchtbaren Greueln die Alleinherrschaft der Kirche Roms wieder her. In Augsburg undRegensburg gewannen die Katholiken die Oberhand und vertrieben ihre Gegner. Herzog Wil-helm V. von Baiern, Albrechts Nachfolger, unterwarf sich vollständig den Jesuiten und über-trieb seine Bußübungen in beinahe unglaublichem Maße; er stiftete neue Jesuitenkollegien undbrachte durch seine Freigebigkeit gegen die Kirche sein ohnehin verarmtes Land an den Randdes finanziellen Ruins; „er war der Erste, der dem h. Loyola einen Altar errichtete". Da-gegen wurde unter ihm München zu der prangenden Kunststadt, die es seitdem blieb; nurwar damals der Jesuitenstil der herrschende und verbreitete sich mit seiner Überladung anSchmuck von dort aus nach allen Seiten.
Auch protestantischen Fürsten in Sachsen, Hessen und der Pfalz, und mit ihnen der Be-völkerung ihrer Länder, nahten sich die Bekehrungsversuche des römischen Nuntius, der Jesuitenund ihrer Helfershelfer. Auch arbeitete man daran, das Reichskammergericht von seinen Pro-testantischen Mitgliedern zu säubern.
Endlich brach der Tod Kaiser Maximilians II. (1576) dem Vorgehen der katholischenReaktion auch in Österreich Bahn. Mit der äußersten Rücksichtslosigkeit wurde von den bisdahin zurückgedrängten Jesuiten das Unternehmen ins Werk gesetzt, dem die Erzherzoge undder neue Kaiser Rudolf II. gern ihre Unterstützung liehen. Die freie Religionsübung derProtestanten wurde aufgehoben; alle litterarischen und künstlerischen Werke evangelischenUrsprungs wurden unterdrückt; von der Universität Wien wurden die protestantischen Lehrerentfernt. In Böhmen kam es zur Vertreibung der böhmischen Brüder.