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Die Garden Kaiser Rudolfs II.
Zwölf Radierungen, 1587 , von Jakob de Gheyn ( 1565 — 1615 ), nach Heinrich Golhius ( 1558 — 1617 ).
Gegen diesen Gewissenszwang erhoben sich am Ende des sechzehnten Jahrhunderts zahl-reiche Bauernaufstände, die aber blutig niedergeschlagen wurden. In Böhmen und Schlesiendagegen, wo man den Protestanten die Kirchen wegnahm und ihre Geistlichen vertrieb, wartrotzdem bis zum Ende des Jahrhunderts wenig Erfolg für die Gegenreformation zu verzeichnen;im Jahre 1609 sah sich Kaiser Rudolf genötigt, in beiden Ländern durch „Majestätsbriefe"den Protestanten Religionsfreiheit und Gleichberechtigung mit den Katholiken zu gewähren.
Im österreichischen Herrscherhause war der Geist des verwandten spanischen durchgedrungen;in keinem deutschen Habsburger sprach sich dieser Charakter so schroff und fanatisch aus, wiein dem Jesuitenverehrer Ferdinand II. Dieser Mönch auf dem Throne besuchte als Erzherzogvon Steiermark Rom, wo er im Jahre 1598 dem Papste fußfällig versprach, in seinem Landedie katholische Religion zur alleinherrschenden zu machen. Er hielt sein Wort; worauf ersich in der Kapuzinerkirche zu Graz als Erzengel Michael, der den Teufel in der Gestalt —Luthers besiegt, abbilden ließ. Was in Steiermark geschehen, folgte bald in Kärnten und Krainnach. Man nannte es „Reformation", als man in diesen Ländern protestantische Kirchenniederriß, -ihre Prediger vertrieb, die Schulen zerstörte und die Bücher, welche nicht der^ römischen Kirche huldigten, verbrannte. Dasselbe that Kaiser Rudolf II. seit Beginn des° siebzehnten Jahrhunderts in Ober- und Niederösterreich, sodann in Böhmen und in dem vonden Türken verschonten Reste Ungarns. Hunderttausende von Österreichern, ja die bestenElemente des Landes, Edelleute, Bürger und Bauern, entgingen der Wahl zwischen Bekehrungund Greueln durch die Flucht nach Sachsen, Brandenburg und der Schweiz. Im Lande bliebennur Jesuiten, brutal-bigotte Soldateska und niedergetretenes, an jeder Zukunft verzweifelndes,immer tiefer in Aberglauben versinkendes Volk. Damit war der Boden für den vielleicht ent-setzlichsten Krieg der Weltgeschichte, den dreißigjährigen, gegeben.
In der Schweiz nahm auch diese Bewegung einen besonderen Verlauf, wenn schon nachderselben Methode. Die Gegenreformation wurde hier unmittelbar von Italien aus geleitet,