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Jnnungsstubs der Loh- und Weißgerber zu Breslau. (Nach Bischof, bei Ortwein.)
sechster Abschnitt.
Mitten, Tracht und Aunstgewerbe.
)^ei allem Elend, das jene Zeit erfüllte, wurde sie doch von einer erstaunlichen Genußsuchtdurchzogen. Weder durch Religionskriege und Unheilsverkündigungen, noch durch barbarischeJustiz und administrativen Despotismus ließ sich die damalige Welt in ihren Vergnügungenaufhalten oder wesentlich beeinträchtigen: Es war wohl diejenige Periode in der europäischen,namentlich aber der deutschen Geschichte, in welcher am meisten gegessen und getrunkenwurde. Daß letzteres „der Deutschen Gebrauch", stets bei ihnen „in der Übung gewest"und „übergroß drinken am ehr ist" und „für kain schand oder unlop zu achten", sagt naivgenug die „Zimmersche Chronik", eine übrigens gut geschriebene Zusammenstellung von allemmöglichen Klatsch, die bis zum Jahre 1566 reicht. Sie selbst nennt das Trinken „einschadloses Laster" und berichtet, daß regelmäßig vor und nach den Gerichtssitzungen getrunken,oder wie sie sagt, „die gewonlich zech" vorher gehalten wurde, während nachher „mannund Weiber zusamen beruefen werden, die verzechen die gefallnen straffen und seind srölich,gueter ding mit danzen und springen." Kam man zu einem Kauf oder einer andern Handlungzusammen, so war wieder „am groß drinken von den Herren und edelleuten", und hatte einer