Band 
Zweiter Band.
Seite
84
JPEG-Download
 

84

Viertes Buch. VI. Sitten, Tracht und Kunstgewerbe.

xrvii.

Ekn Hanvlwiukssraw ln dir Gchlrfle».H^rstchstuaugiiifchilnliib klar/ Oiuuicii m der Schlesien/InirasNnidungvnd gednhl. DiiHandlwkrcksfrawenetnhtrgeh»,

rxx.

LinZungsiaw vdniAdel imSsaß.

D2> lungsiniden oom Lldel fein/Änff solche weiß gehen herein.

Zm Ssoß wie ein leder kan/Auß diserAnurschawn, an.

NWSiil!

WWW

WWMW

MMUDLKiii

MMDWi

Holzschnitte von Jost Amman (1539—1591) in Hans Weigels Trachtenbuch, Nürnberg 1577.

die sich kaum von denen der Männer unterscheiden (Fig. 18), und selbst auf Hauben gesetztwerden (Fig. 17, 19).

Aber die Versteifung der männlichen Tracht vollzieht sich in gleicher Weise und ausdenselben Gründen auch am weiblichen Kostüm. Am französischen Hofe beginnt der Reifrock(Vertn^alls) seine Rolle und findet in Deutschland seine Nachahmung. Das Kleid steigt biszum Halse auf, wo eine steife Kröse aus ihm hervortritt, die immer größer wird und, zumMühlsteinkragen ausartend, eines besonderen Drahtgestelles bedarf, um in feiner horizontalensteifen Lage zu bleiben. Diese Drahtgestelle erweitern sich zu einem System von Flügeln undBogen, welche vom Rücken hinter Pein Kopfe aufsteigen und mit Spitzen bespannt werden, ausdenen auch der Kragen gemacht wird (Fig. 22,23,24,29,30). Jedoch fertigt man die Kröse auchaus feinem Tuch. Der Rock legt sich faltenlos über den zuerst kegelförmigen Reisrock, der immermehr Breite und Hüftenhöhe gewinnt. Man trägt wie bisher zwei Kleider übereinander, meistvon schwerem Damaststoffe gefertigt und daher die Faltenlosigkeit begünstigend. Der obere Rocköffnet sich vorn unter dem Leibchen und ist entweder aus einem Stück ohne Tailleneinschnitt(Fig. 22), oder an einem Mieder mit langer SchnePPentaille befestigt. Der Koller wird zumkurzen Mäntelchen mit stehendem Kragen. Reiche Besätze zieren beide Röcke, auch den Koller, dersich andererseits zu einem kurzen, die Brust deckenden Mieder gestaltet (Fig. 26,27). Die Ärmel-formen sind teils bauschig (Fig. 27, 28), teils knapp anliegend (Fig. 23, 24). Als neues Be-kleidungselement tritt die Schürze hinzu. Sie ist zunächst durchaus Schmuckstück, so lang wiedas Kleid, von feinem Leinen, oft gestickt, in enge Falten gelegt (Fig. 21, 22), aber auch ohneFalten mit herabhängenden Zipfeln (Fig. 24). Mannigfaltige Hauben, namentlich die Stuart-haube auf den in die Höhe gekämmten Haaren bedecken den Kopf, auf welchen das Barett oderdas Hütchen gesetzt wird (Fig. 22,23,26,29,30). Bei den Städterinnen kommen namentlich fürBrautschmuck mächtig hohe Kopfputze von Flittern und gemachten Blumen in Gebrauch (Fig. 25).Überhaupt sind Flitterhauben, sogenannte „Flundern", sehr in der Mode. Gegen Ende des