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Zweiter Band.
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Der Kleiderluxus. Die Pluderhosen.

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Jahrhunderts findet sich wieder ein häufiger Gebrauch des Mantels, der in scharfe Faltengelegt, über den Kopf geschoben wird (Fig. 24). Halsketten, Ringe, kostbare Hutschnüre, verzierteKnöpfe am Wams, jede Art von Schmuck wurde mit der farbenreichen Tracht vereint getragen.

Dieselbe gab zu Ausschreitungen genug Anlaß. In der „Warnung des trewen Eckart"von dem Dichter Bartholomäus Ringwaldt (S. 134) klagt eine Putzsüchtige Jungfrau:

Ich hatt kein Gottes-Furcht bei mir,Befleißt mich aller newn Manier,

Veracht die andern hin vnd her,

Vnd meint, daß ich die Schönste wer.Ich trug ein toppelweit Gekrös,

War schnapffisch vnd auch ziemlich bös,Gab keinem recht noch gut Bescheid,Wenn er nicht hat ein Limbisch Kleid.Ich schafft mir Springer, güldne Haübn,Gezogne Borten, Marder, Schanbn,

Vnd seidne Jopen, schön beschirmt,

Obs meinem Stand wol nicht gebührt.

Wann ich zur Kirche solte gehn,

So mußt ich für dem Spiegel stehn,

Vnd zu dem Schmuck zwey Stunden hanAls zög ich einen Harnisch an.

Vnd wann ich dann in meinem SchminckMit einer Magd zur Kirchen ging,Daselbest, wie man pflegt, zu beten,

So hätt ich nicht ein Ey zertreten,

So gar verzumpffen kont ich thunIn meinen schmalgeschnürten Schuhn,

Die ich mir hatt zu meiner StraffnNach Art der Edlen machen lassn.

Die Kleiderordnungen der Behörden dauerten daher ebenso fort wie ihre Erfolglosigkeit.Der Aufwand unter den Bürgern nahm zu, selbst in der früher so einfachen Schweiz, welchedurch die Kriegsdienste, die ihre Söhne fremden Staaten leisteten, mit Gold überschwemmtwurde. Es ist deshalb nichtgerade auffallend, daß dieLandsknechte in der Männer-tracht den Ton angaben.

Aber indem diese verwilder-ten Krieger einen Ruhmdarin suchten, recht zwang-los und nachlässig aufzu-treten und demgemäß die„Pluderhosen" so trugen,daß sie den Körper nichtüberall geziemend bedeckten,steigerten sie den ausschwei-fenden Charakter der Trachtbis zur Schamlosigkeit. DieAusschlitzungen gestaltetensich zu den mannigfachstenFiguren, welche man denSchweizerschnitt, Kreuz-schnitt, den Pfauenschwanznannte, und das ihnen unter-gelegte Zeug, sowie aufge-nähte Stücke glänzten in denbuntesten Farben. Auch diefrüher schon übliche Halb-teilung wurde an den Bein-kleidern nach Farbe, Schnittund Umfang aufs maßlosesteübertrieben. Zu solchen Un-getümen von Kleidungs-stücken, die in Streifen undFetzen bis auf die Füßeherabhingen, wurden nicht

Faksimile des Titelholzschnittss i« dem „Hosenteufel" des Andreas Musculus;erschienen Frankfurt a. O. 15SS.