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Zweiter Band.
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Viertes Buch. VI. Sitten, Tracht und Kunstgewerbe.

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Holzschnitte von Jost Amman (1SS9—1SS1) in Hans Weigels Trachtenbuch, Nürnberg 1277.

Männer wie Frauen liebten den Schmuck; gerne legten sie Ringe und Halsketten an, häufigmehrere von verschiedener Länge, und bei festlichem Anlaß deckten zierliche Kränze, oft goldene,statt des Barettes, ihre Häupter. Juwelierarbeiten glänzten an Hut und Barett der Männer,kostbar verzierte Messer und Dolche am Gürtel. Hängespiegel, Riechfläschchen, Medaillons,Kreuze, Ohrgehänge, Stirnschmuck, Haarnadeln, Hutagraffen, Gürteluhren schmückten die Ge-wandung der Frauen, bei denen auch Schminken und andere Schönheitsmittel sowie Wohl-gerüche, die früher aus Safran, später aus Moschus und Bisam, Ambra und Lavendelwasserbereitet wurden, allgemein im Gebrauche waren. Man trug sogenannte Ambraäpfel.oderBisamknöpfe aus wohlriechendem Holz und Gewürz, im Sommer aus Blumen bereitet, bei sich,wusch Kopf und Bart mit duftenden Seifen und wandte auch Rauchkerzen wie Räucherpulverreichlich an. Auch die Wäsche nahm an Feinheit zu und wurde reichlicher getragen.

Der wachsende Aufwand in der Tracht, die Überladung mit allerlei Schmuck und dieErfolglosigkeit des Einschreitens gegen diesen Hang durch lokale Kleiderordnungen veranlaßtenden deutschen Reichstag zu der „neuen kaiserlichen Ordnung und Reformation guter Polizeiim heiligen römischen Reiche", die 1530 und 1548 in Augsburg erlassen wurde. Dieselbeappellierte an das vaterländische und religiöse Gefühl schon durch den Eingang: „Da durch jetzogebrauchte Köstlichkeit der Kleidung ein überschwänglich Geld aus Teutscher Nation geführt,auch Neid, Haß und Unwillen zu Abbruch christlicher Liebe erweckt." In dreizehn Artikelnschrieb sie dann vor, was und wie sich die Bauern, gemeinen Bürger, Kauf- und Gewerbsleute,Bürger vom Rat, Geschlecht „oder die sonst ihrer Zins und Renten geleben", der Adel,die Doktoren, Grafen und Herren, Geistlichen, reisigen Knechte, Kriegsleute, Schreiber, endlichdie „unehrlichen Weiber", die Nachrichter und schließlich die Juden kleiden sollten. Letzteremußten sich fortan durch einen „unverborgenen" gelben Ring an Rock oder Kappe kenntlich machen.