Beginnender Aufschwung im Kunstgewerbe.
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Der Weber.
Der Sepdensttcker.
Ich bin ein Weber zu Leinen Wak/ Ich aber kan wol Seyden stickn/
Kan wircken Barchen k vnd Sponak/ Mit Gold die brüst vnd Ermel rückn/Tischthücher/Handzwehl/Facilet/ Versetzet mit Edlem gestern/
Vnd wer tust zu Bettziechen het t/ Auch mach ich güldin Hauben rein/
Gewürffelt oder Kamaca/ Krcntz vnd harband von perlcin wcrß/
Allerley gnrödelk Thücher da/ Künstlich Mödclmit hohem fielst/
Auch Flechsen vnd wircken Haußthuch/ Auch Kirchen greht Meßgwant vnd MnDie Kunst ich bey Aragnee such. Kan ich wol schmückn allenthalben.
Holzschnitte von Jost Amman in: Eygentliche Beschreibung Aller Stände. Mit Versen von Hans Sachs. 1S68.
gelangten zur Geltung, als die Neigung zunahm, das Leben durch die Kunst angenehmer zugestalten. Deutsche Städte wie Nürnberg und Augsburg wurden Mittelpunkte der neuen frischenStrömung, von denen neue Gedanken ihren Ausgang nahmen, welche auch mit den Fort-schritten der Naturwissenschaften Hand in Hand gingen und jener Neigung Mittel zu ihrerBefriedigung zuführten. Damals schon dachte der Nürnberger Schlüsselselder (fl 1540) überein ksrxetnuw mobile nach, d. h. ein Rad, das „mit eigener gewichtlicher Bewegung für undfür sich selbst trieb." Im Kunstgewerbe lag sonach ein Übergang von den im überwucherndenAufwande sich kundgebenden Mißbildungen der Zeit zu Anzeichen freierer Bewegung, zur Ver-drängung einer sinnlosen Verschwendung durch geläuterten Geschmack.
An der Spitze der einzelnen Gewerke, welche sich zur künstlerischen Gestaltung ihrerArbeiten emporschwangen, standen die Goldschmiede. Der Wohlstand der Städte stieg; es flössenihnen Schätze an edeln Metallen aus der neuen Welt zu und wurden zu Luxusgegenständenverarbeitet. Nürnberg, Augsburg, München, Ulm, Köln, Frankfurt, Prag, Wien und Dresdenhatten kunstreiche Goldschmiedewerkstättew'in ihren Mauern. Kurfürst Moritz von Sachsen(S. 113) ließ im Jahre 1548 aus vier Centnern Silber, 14000 Gulden an Wert, Schüsseln fürdie Hochzeit seines Bruders August mit Anna von Dänemark machen. Einer der berühmtestendamaligen Goldschmiede, zugleich ein geschickter Kupferstecher, war Wenzel Jamnitzer in Nürnberg