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Viertes Buch. VI. Sitten, Tracht und Kunstgewerbc.
Der Kandelgicsscr.
DcrMmkmetster.
Das Am mach ich im Feuwer fließ»/ In meiner Müntz schlag ich qencht/Thu darnach in die Möbelgießn/ Gute Müntz an kern vnd gcwicht/Kandel/Flafchen/groß vnd auch klein/ Gülden/Cron/Taler vnd Batzen/
Daraußzu krincken Bier vnd Wein/ Mit gutem preg /künstlich zu schätzen/Schüffel/Blakten/Taller/der maß/ Halb Batzen/Creutzer vnd Weißpfennig/SchenckKandel/Saltzfaß vnd Gießfaß/ Vnd gut alt Thurnis / aller MennigDhlbüchßn/Leuchter vnd Schüstelring/ Au guk/in recht guter Landewerung/Vnd sonst ins Haust fast nütze ding. Sardurch niemand gescki chk gfcrung-
Holzschnitte von Jost Amman (1539—1591) in: Eygentliche Beschreibung Aller Stände aufs Erden Hoher vndNidriger Geistlicher vnd Weltlicher, aller Künsten, Handweichen vnd Händeln . . . Durch den weitberümpten HansSachsen Gantz fleissig beschrieben vnd in Teutsche Reimen gesasset. Frankfurt a. M. 1568.
der Franzose Michel de Montaigne berichtet, „daß in den deutschen und schweizerischen Städtendie Straßen und öffentlichen Plätze, die Wohnungen samt ihrem Hausrat, ihren Tafeln undTafelgeschirren, weit schöner und sauberer sind als in Frankreich." Die zunächst auf dieReformation folgende Periode, besonders seit der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, war imwesentlichen frei von Nachahmung des Auslandes; die Anlehnung an die italienische Kunst(S. 37) blieb nur noch im Süden vorherrschend, und Deutschland zeichnete sich gerade vorallen anderen Ländern durch den Erfindungsgeist seiner Arbeiter aus. Die Kunst war nichtmehr wie einst mit dem Handwerk verbunden, sie hatte sich über dasselbe erhoben; der Handwerkeraber suchte nun mit dem Künstler zu wetteifern. Nicht die Zünfte waren es, aus denen dieErfindung neuer Formen jetzt hervorging. Seitdem sie die Söhne der früheren „unehrlichenLeute" nicht mehr ausschließen durften, und seitdem sie aus dem Rate verdrängt worden waren,hatte sich ihr Bestand gelockert und ihr Ansehen verringert. Die einzelnen Meister tratendagegen, .wie es seit dem Anbruche der Neuzeit in allen Richtungen geschah, so auch in dergewerblichen Arbeit selbständiger auf und suchten den sich stets steigernden Bedürfnissen desGlanzes und Aufwandes in den häuslichen Ausstattungen gerecht zu werden. Talent und Genie