Band 
Zweiter Band.
Seite
93
JPEG-Download
 

Die Goldschmiedekunst.

93

Der Papprer. Der Schriftgiesser.

EMWMWME

MMWSW

MM

Ich brauch Hadern zu meiner MülDran treibt mirs Rad deß wassere viel/Daß mir die zschn itn Hadern nelt/

Das zeug Wirtin Wasser nnquelt/

Drauß mach ich Pogn/auffdc filtz bring/Durch preß das Wasser darauß zwing.Denn henckichs auff/laß drucken wem/

S chnewciß vnd glatt / so hak mans gern.

Ichgeußdie Schrifftzuder DruckreyGemachtauß Wißmak/Ain vnd Bley/Die kan ich auch gerecht justiern/

Die Buchstaben zusammn ordniemLateinisch vnd Teutscher GeschrisseWas auch die Griechisch Sprach antrifftMit Versalen/ Puncten vnd AügrrDaß sie Zu der Lruekrey sich fügen.

Holzschnitte von Jost Amman in: Eigentliche Beschreibung Aller Stände. Mit Versen von Hans Sachs. 1568.

darauf vom Jahre 1590 ab in seiner Heimat thätig war und sehr schön ausgeführte Arbeitenvon reicher Komposition hinterlassen hat. Daß die Zeit die der höchsten Trinklust war, spiegeltsich auch in der Menge der Pokale, die in ihr entstanden sind (S. 102 s.). In allen erdenk-lichen Formen und Größen, aus allen geeigneten Metallen wurden sie angefertigt, bald kunstvollmit biblischen, mythologischen oder historischen Darstellungen verziert, bald in schmuckloser Ein-fachheit. Daneben wurden Kokosnüsse, Straußeneier, Muscheln in Silber gefaßt und alsTrinkgefäße benutzt (I. S. 493). Auch Uhren, Schmuckkästchen und Schaustücke vielfacher Art,darunter die eigentümlichen „silbernen Gesellschaften", welche die Glieder einer Familie undihre Wappen darstellten, fertigten die kunstreichen Goldschmiede,' ihre Thätigkeit für das kirchlicheBedürfnis war seit der Reformation, die mit dem Reichtum der Kirche brach, sehr zurück-gegangen und diente nun überwiegend der weltlichen Schmuckliebe. Unter den Tafelgerätenwurden sogar die kleinen Gefäße für Salz und Pfeffer aus edlem Metall gefertigt und oftverschwenderisch mit allegorischen Figuren geziert, besonders aber die Kannen für das Hand-waschwasser und vor allem natürlich die Trinkkrüge, über deren Ausartung in TiergestaltenSittenrichter sich ebenso sehr ereiferten, wie über die Trunksucht selbst, namentlich da es an denKannen, Krügen und Bechern auch nicht an unzüchtigen Darstellungen fehlte.