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Zweiter Band.
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Viertes Buch. VI. Sitten, Tracht und Kunstgewerbe.

Der Buchdrückcr.

Ich bin geschickt mit der preßSo ich auffkrag den Firniß reß/

So bald mein dienr den bengel zuckt/So ist ein bogn papyrs gedruckt.

Da durch kombt manche Kunstan tag/Die man leichtlich bekommen mag.

Vor zelten hak man die bücher gschribn/Zu Meintz die Kunst ward erstlich triebn.

Der Buchölnder.

Ich bind allerley Bücher ein/Geistlich vnd Weltlich/groß vnd klein/In Perment oder Bretter nurVnd befthlags mit guter ClausurVnd Spangen/vnd stempffsie zur Zier/Ich sie auch im ansang planier/

Etlich vergüld ich auffdem schnitt/

Da verdien ich viel geldee mit.

Holzschnitte von Jost Amman in: Eigentliche Beschreibung Aller Stände. Mit Versen von Hans Sachs. 1SS8.

Die Emailarbeit wurde besonders durch David Attemstetter in Augsburg zu großerVollendung gebracht. Diamanten und andere Edelsteine wurden in Nürnberg geschnitten, wodas Stein- und Metallätzen schon zur Zeit Dürers erfunden worden war. Kaspar Lehmannin Prag erfand im Jahre 1609 den Glas- und Krystallschnitt. Aus Schmucksteiuen wurdenkleine Kunstwerke aller Art geschnitzt. In Augsburg blühte besonders die Elfenbeinschnitzerei.Die Holzschnitzerei nahm an Ausdehnung und Geschmack ihrer Formen immer mehr zu;Thüren und Zimmerdecken waren außer den Möbeln ihr hauptsächliches Feld, zuletzt aber littsie an Überladung mit Nischen und Figuren. Seit Eröffnung des Seewegs nach Indien fandbesonders das Ebenholz, in welchem Elfenbein eingelegt wurde (Markierte), viel Verwendungin der Holzschnitzerei. In der kunstvollen Arbeit an Schränken, Schreibtischen und anderenMöbeln, an deren Ausschmückung sich auch die Goldschmiede, Steinschneider, Elfenbeinschnitzer,Drechsler und Maler beteiligten, ging Deutschland seinen Nachbarn Frankreich und Italienweit voran. Der steifbeinige „Bauernstuhl" mit geschnitzter Rücklehne wurde äußerst beliebt. DerFormschneider Peter Flötner aus Nürnberg und sein besonders als Kupferstecher fruchtbarerMitbürger Virgil Solis zeichneten Phantasiereiche durch den Holzschnitt verbreitete Ornamentezu vorbildlichem Gebrauche für Goldschmiede, Tischler, Büchsenschäfter und sonst im Kuustgewerbe.