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Zweiter Band.
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Viertes Buch. VI. Sitten, Tracht und Kunstgewerbe.

bestanden „aus mit vielfältigen Farben bemalten und hin und wieder ettoas vergoldetem Holzschnitz-werk oder aus massivem Gipswerk, das mit Vorliebe Waffen und Harnische (Trophäen) darstellte.Bisweilen wurden an Wänden und Decken mit goldenen Buchstaben, meist lateinische, Denksprücheangeschrieben und mit gemalten Blumenkränzen eingefaßt." Große Öfen (S. 99) von architek-tonischer Form, deren Kacheln in farbigen Umrissen eingebrannte Wappen, Landschaften, ge-schichtliche oder mythische Scenen und allegorische Figuren zeigten, erwärmten und zierten die

deutschen Zimmer. Die Wände der bürgerlichen Wohn-stube waren endlich „mit mehr soliden als prächtigenzinnernen Trinkgeschirren von allen Formen und Größenbehängt, die, blankgescheuert, stets wie neu aussehenmußten." Statt der früheren unbeweglichen Bänke, die,zugleich als Truhen, an der Wand der mittelalterlichenStube hinliefen, waren in den Wohnzimmern jetzt längsder Wand und um einen großen Tisch herum, VersetzbareBänke für den täglichen Gebrauch in der Haushaltung

1. Silberner Pokal („Willkommen"): ehemals im Besitz der Bäckcrinnung zu Brieg. Getriebene Arbeit. Inschrift: „A. 1630hat Paul Tombke, Beckenknecht, 87 Thaler einer löblichen Brüderschaft zu diesem Wilkomen verehrt. Seint damals Altknechtegewesen Michel Scholz, Gregorius Reimann, die Beisitzer Georgius Baunigarte, George Hene. Gewicht 6 Pfd. 27 Loth." (NachBischof,hbei Ortwein.) — 2. Silberne Kanne; Nürnberg, Privatbesitz (caN/s der natürlichen Größe). Getriebene Arbeit, teilweisevergoldet. Zu der Kanne gehört eine Schüssel, beide dienten zur Waschung der Hände nach der Tafel, später anderem, auch Wohl

kirchlichem Gebrauche. (Nach A. Ortwein.)