Die bürgerliche Wohnung.
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aufgestellt; die oberste am Tische war für den Herrn und die Frau des Hauses bestimmt undmit Tuch ausgeschlagen. Kam Gesellschaft, so wurden in wohlhabenderen Häusern hölzerneStuhle hingestellt, deren Sitze mit Samt überzogen und mit seidenen, in seltenen Fällen auchmit silbernen und goldenen Fransen eingefaßt waren. Weniger Begüterte begnügten sich mitStühlen, die mit gefärbtem Tuch oder Leder ausgeschlagen oder mit Polstern, welche dieFrauen und Töchter des Hauses gestickt hatten, belegt waren. Über die Tische wurden bei fest-lichen Anlässen gestickte Decken gebreitet.
Auf die einzelnen Geräte des täglichen Gebrauches erstreckte sich der Geschmack der Re-naissance ebenso sehr wie auf die Prunkstücke, gelegentlich sogar in dem Maße, daß die Ver-zierung „die Gebrauchsbestimmung beeinträchtigte, während zugleich bei der Formenfülle undder unbeschränkteren Freiheit, welche die Renaissance gewährte, die verzierende Ausstattung selbstinhaltlich mehr und mehr außer Bezug zu den Gegenständen als solchen trat." Sogar dieSpeisen nahmen phantastische Gestalten von Burgen, Türmen, Pyramiden und Tieren au.
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1. In Kupfer getriebener Krug des Bartholomaeus von Rosenberg, vorn Jahre 1595. Breslau, Museum schlesischer Alter-tümer. Um den Hals der Name, um Bauch und Fuß der Spruch: Der Neider hasset was er sieht Und muß doch leiden was ge-schieht, Ich lasse neiden wer da will, Ich trau aus Gott, der ist mein Ziel. (Nach Bischof, bei Ortwein.) — 2. Silberner Becher,ehemals im Besitze der Nürnberger GoldschmredeZunst, jetzt in der städtischen Sammlung zu Nürnberg; ca. V 2 der natürlichen Größe.
(Nach A. Ortwein.)
Vor allen war bei den Speise-, Gieß- und Trinkgefäßen verschwenderische Behandlungder Form äußerst beliebt. In der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts begann in der Her-stellung der Eß- und Trinkgeschirre neben dem Metall mehr und mehr Glas und Steingut,sowie das von den Bildschnitzern mit Vorliebe verarbeitete Material des Elfenbeins Platz zugreifen; natürlich fand man seitdem viel über Zerbrechlichkeit zu klagen.
An die Gabeln gewöhnte man sich schwer und langsam. Zur Aufstellung derselben, wieder Messer und Löffel und sogar der Zahnstocher fand man auf reichen Tafeln Aufsätze ausKorallen und Perlenmuscheln in Gestalt von Felsen, aus denen auch kleine Springbrunnen ihren