Weyers Buch gegen die Hexenprozesse. Kopperniks Lehre. 125
brabantischen Vaterlandes, dem reformierten Bekenntnisse angeschlossen. Noch lange nach seinemTode (1588) kämpfte sogar ein Jesuit, Friedrich von Spee (1591—1635), freilich der ein-zige seines Ordens, vergeblich gegen den schauderhaften Wahn; zwei andere Jesuiten, Laymannund Tanner folgten ihm darin so weit, daß sie wenigstens zu milderer Handhabung der Hexen-prozesse rieten. Wegen desselben Vorgehens wurde der reformierte Prediger B. Becker inAmsterdam entsetzt.
Denn der Hexenwahnsinn konnte nicht fallen, ehe die Naturwissenschaften wesentlicheFortschritte gemacht hatten. Neben der Habsucht trug das meiste zur Nährung des Hexen- und
Gerichtssitzung. Faksimile der Radierung von Jost Amman ( 1539 — 1591 ).
In der Mitte des Nichterkolleginms an einem Tische der Gerichtsschreiber. Vor den Schranken die Zuhörer.
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Teufelsglaubens das tiefe Dunkel bei, das damals über dem Gebiete der Naturwissenschaftenlag. Diese aber befanden sich noch zwei Jahrhunderte nach Weyers-Tod in den Kinderschuhenund begannen um jene Zeit erst schüchterne Schritte zu wagen. Die Wahngebilde der Astro-logie und Alchemie hatten absichtslos zur Beobachtung und Erforschung der Natur angeregt (S. 59),und den großen Länderentdeckungen des eben abgelaufenen Jahrhunderts, sowie den erstenErdumsegelungen war weiterer Antrieb dazu entsprungen. In dieser Zeit wurde ganz im stillenund ohne daß selbst die gelehrte Welt es ahnte, das damals noch felsenfest geglaubte Weltsystem,nach welchem die Erde den Mittelpunkt des Alls bildete und dieses ebenso um der Erde willengeschaffen war, wie alles auf derselben um des Menschen willen, — untergraben. Von einem-