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Zweiter Band.
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Viertes Buch. IX. Das dreißigjährige Kriegselend.

breite Schwert (Fig. 3, 14) trug der Landsknecht vor dem Leib, einen Dolch (Fig. 5) hintenauf dem Rücken rechts, um ihn von hinten her mit der linken Hand erreichen zu können.

Handschuhe trägt nur der Doppelsöldner.

Am Ende des sechzehnten Jahrhun-derts mußten die Schosseln sehr breit ge-macht werden, unr die weite, wattiertePumphose, welche jetzt getragen wurde,decken zu können (Fig. 15). Die Schmuck-liebe der Zeit tritt nun auch in den Waffenauf; es erscheinen die prachtvollen ge-triebenen Harnische (Fig. 15), wie sieValentin Siebenburger, die Lochner, dieWolf von Speyer, Desiderius Colmann(S. 96) und andere als unerreichte Musterkunstvoller Metallarbeit herstellten, dieauch mit Vorliebe vergoldet wurden.Andererseits wurde der Harnisch auchhäufig geschwärzt und mit blanken Feil-strichen, „Fürfeilen", versehen; diese Artder Rüstung fand ihre Verzierung in kunst-voll gezeichneten Angeätzten Ornamenten.Am Ende des Jahrhunderts sah man ganzeRüstungen beim Fußvolke nur noch selten.Auch auf die Pferderüstungen verwendeteman Sorgfalt, die jedoch gleich dem Schildeaufgegeben wurden. Unter den verschie-denen Formen der Helme wurde seine alteGestalt mit dreiteiligem Gesichtsschutze(Fig. 1, 7, 17) noch lange beibehalten;neben derselben kamen aber mehrere andereneue Formen auf, so daß der Helm nunauch offen unter einem Stirnrande mitWangenschutz (Fig. 9), in reicher antiki-sierender Form (Fig. 15), oder als Morian-(Fig. 21) oder Cabasset-, Birnenhelm (Fig.18), weiter als Bourguinotte mit einemKamm und Wangenschutz (Fig. 19) odermit drei Wülsten auf der Schale (Fig. 22),und als einfache Sturmhaube getragenwurde. Der breite Schlapphut trat nebenden eisernen Kopfbedeckungen auf. Dereinstige hauptsächlichste Schutz des Krie-gers, der Schild, kam nur noch in be-schränkter Weise zur Verwendung; er istdann rund und sehr schwer; vereinzeltblieb er in Gebrauch bis zum siebzehntenJahrhundert, mit der Bestimmung, auchgegen Feuerwaffen zu schützen.

Mit dem beginnenden dreißigjährigen Kriege ist der Harnisch plump, weil zum Schutzegegen Geschosse stärker geworden. Der Brüstel ist kurz wie die Taille der Modekleider; dieSchosseln schließen mit starker Hüftbauschung direkt an den Brüstel an und enden mit derKniekachel; die Flüge (I. S. 296) sind symmetrisch. Nun trägt der „Lantzierer" und „Kürassierer"

Rüstung aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges: SchwarzeReiterrüstung des kaiserl. Generals der Kavallerie JohannGraf Sporck. Wien, k. k. Artillerie-Museum.