Magdeburgs Fall. Der Heerestroß. Hungersnot.
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Wenig besser als den Frauen derBürger und Bauern erging es den Wei-bern, welche mit den Soldaten, ob ver-ehelicht oder nicht, ins Lager und inden Krieg zogen. Ein Regiment vondreitausend Mann schleppte z. B. zwei-tausend Weiber mit. Die Autorität derObersten vermochte nichts gegen diesenUnfug, der im Verlaufe des Krieges sozunahm, daß der „Troß" zuletzt dasHeer drei bis viermal an Zahl übertraf. DieseWeiber mußten für die Soldaten alle Arbeiten ^verrichten und alle Strapazen, dazu eine harte,mitleidlose Behandlung ertragen, wofür sie sichfreilich auch rächten. Sie halsen beim Plündern;mit Männern und unter sich stritten und zanktensie um die Beute mit Schreien und Schimpfen, mitZähnen und Nageln; nicht selten mußten dieMänner mit Waffen einschreiten und dann kamenschwere Wunden und Totschläge vor. Die Früchtesolcher Verbindungen, die Lagerkinder, wurden oftmit ihren Müttern ins Elend gestoßen; sie konntennichts anderes werden als Bettler, Diebe oder Räuberund im besten Falle Soldaten: das aber kam damalsauf dasselbe heraus.
Bei der zunehmenden Teuerung galt in der Alt-mark der Scheffel Roggen drei Gulden bis zwei undeinen halben Thaler, in der Gegend von Nördlingenzwanzig Gulden, bei Gotha wurde ein Laib Brot miteinem Dukaten bezahlt!
Bald da, bald dort traten die Schrecken derHungersnot in entsetzlicher Weise auf. Das keimendeKorn wurde von den Pferden der Reiter wie Grasabgefressen; nichts blieb dem Landmann zu ernten,wenn er überhaupt noch hatte bestellen können. AusEichelmehl buken die Bauern Brot; gekochte Nesseln,Gras, Leder, Erde, Baumrinde, Därme und Schneckenaßen sie ohne Salz und Schmalz; um Hunde,Katzen und krepierte Soldatenpferde stritten sich dieHungernden: denn die Kriegsfurie hatte ihnen allesgenommen, Pferde, Vieh, Brot, Getreide, jeglicheNahrung. Der Bauer verkam zum elenden Bettler.Die Raserei des Hungers trieb die Unglücklichen inzahllosen Fällen dazu, die Hand an den Mitmenschenzu legen um von seinem Fleische das wertlose Lebenkärglich zu fristen. Selbst die Friedhöfe und Galgenwaren vor den Hungrigen nicht sicher; Mütter schlach-teten und verzehrten ihre Kinder; Männer undWeiber erschlugen einander. Viele sonst wohlhabendeLeute starben vor Hunger.
Mit diesem Jammer und Elend griffen dieSeuchen um sich. Im Jahre 1635 brach im ganzen
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Verkleinertes Faksimile aus einem Kupferstiche im rNeatinni Luroxasmn.