Band 
Zweiter Band.
Seite
165
JPEG-Download
 

Seuchen. Wucher. Räuber. Aberglaube.

165

entlassenen Soldaten,die nichts weiter ge-lernt hatten, zusammen.In festen Verbindungenüberdauerten Gauner-wie Räuberbanden hierund dort die Kriegs-zeit und gegen beidehatte die damaligeblutige „Rechtspflege"(S. 63 ff.) ein entsetz-liches Stück Arbeit zuverrichten.

In der Unglücks-schweren, wirtschaftlichWie geistig so tiefherab-gedrückten Zeit triebdenn auch frühererAberglaube vielver-zweigt sein Wesen fortund gewann zu seinemälteren Zuge neue, diewiederum nur ein solanges und trübesKriegselend gebärenkonnte. Gleich den altenGermanen glaubtenauch die Soldaten dessechzehnten und sieb-zehnten Jahrhunderts,daß durch gewisse Mitteldie Waffe tödlich, derLeib aber „gefroren",hieb-, stich- und schuß-fest gemacht werdenkönne. Sie hielten die-selbe Körperfülle, anwelcher die Sage denHelden Siegfried denTodesstoß empfangenläßt, für „offen". Fah-rende Schüler und Zi-geuner galten als dieBesitzersolcher „Zauber-geheimnisse"; die Sol-daten drängten sich her-bei, ihnen Amuletteund Talismane, sowiedie unter verschiedenenabenteuerlichen Umstän-den gefertigten „Not-hemden", Alraunen

ldcrhML

Verkleinertes Faksimile eines kaiserlichen Schutzbriefes für Nürnberg,vorn Jahre 1686 .

Derartige Schutzbriese wurden an den Thoren angeschlagen.