Gefechtsscene voin Ende des 17. Jahrhunderts. Faksimile aus einem Kupferstiche im llmatrum Luropaeum.
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Fünftes Buch. I. Die Staatsraison.
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einer kleinen Stadt der Mark zu errichtendenAkademie, erwies sich als unausführbar.
Die Anfänge dieser neuen deutschenStaatsbildung und die ersten Stufen ihrerEntwickelung verursachten naturgemäß außer-gewöhnliche Kosten, die dem ohnehin arnienLande drückend genug fühlbar wurden. Manverlangte nach einer milderen Besteuerung.Dem kam der Kurfürst mit einem Plane durch-greifender Änderung des Steuersystems ent-gegen. Das bisherige bestand in einer direktenKopf- und Grundsteuer, welche, Kontributtongenannt, ganz besonders hart auf den Bür-gern der Städte und den Bauern lastete.Nach langen Kämpfen mit dem entgegen-strebenden Adel setzte Friedrich Wilhelm imJahre 1667 die Einführung der indirektenBesteuerung, der „Accise" zunächst in den mär-kischen Städten durch. Dieselbe erwies sich vonder wohlthätigsten Wirkung auf alle möglichenVerhältnisse des Lebens und Verkehrs: inetwa zwei Jahrzehnten war sie in allen Ge-bieten brandenburgischer Herrschaft durchge-führt. Aus ihrer Einrichtung und Verwaltung,in der ein tüchtiger Beamtenstand sich bildete,ging allmählich die volle einheitliche Staats-verwaltung in Brandenburg-Preußen hervor.
Die Erträge der Accise waren vor-wiegend für die Erhaltung des Heeres be-stimmt und da sie stetig wuchsen, so befandsich auch die Kriegsmacht des Landes treff-lich dabei. Wie anders als früher, wo derKurfürst von den schwierigen LandständenBeihilfe zum Truppenunterhalt fordern mußte.Noch der Berliner Landtag von 1653 bestrittdurchaus die Notwendigkeit, daß die Staats-erhaltung ein stehendes Heer brauche; die Geld-bewilligung, welche der Kurfürst von diesemLandtage endlich erlangte, hatte er durch einübles Zugeständnis erkauft: er hatte dieBauern dem Adel geopfert. Die märkischeRitterschaft nahm als Preis für die Geld-leistung die ausdrückliche landesherrliche An-erkenntnis aller im Laufe der Zeit dem Bür-ger und Bauer gegenüber geltend gewordenenVorrechte und Vorteile des Adels. „DieLeibeigenschaft thut derer Orten, da sie intro-ducirt und gebräuchlich, aller Dinge ver-bleiben" — sagt die Bestimmung, welche imallgemeinen bis zum Jahre 1807 in denpreußischen Landen den Bauernstand in denunwürdigsten Fesseln gehalten hat.