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Zweiter Band.
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Die litterarischen Gesellschaften des siebzehnten Jahrhunderts.

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Der Stil wurde unbeholfen und schleppend; namentlich wenn man sich bemühte, die Fremd-wörter zu verbannen: Denn in keiner Periode der deutschen Sprachgeschichte ist merkwürdiger-weise die Reinigung der Sprache so vielfach angestrebt worden, als in der Zeit, in welchersie täglich unreiner wurde. Diese Bestrebungen waren eben unreif; es fehlte ihnen durch-greifender Ernst, sie verloren sich in Spielereien und vergaßen über der Form die Sache; sieblieben deshalb erfolglos. Indes haben die Gesellschaften, welche im siebzehnten Jahrhundertdiesen Zweck vergeblich zu erreichen suchten, doch für den Anstand und die Verfeinerung in derSprache wie in den Sitten Anerkennenswertes gewirkt. Ihre Vorbilder waren die aus derHumanistenzeit stammenden italienischen Akademien, namentlich die gegen Ende des sechzehntenJahrhunderts in Florenz gegründete „Crusca". Die Mitglieder gehörten vorwiegend den vor-nehmen Ständen an und waren meist nicht wissenschaftlich gebildet; als Hauptsache erschienihnen, daß sie in ihrer Gesellschaft pomphafte Namen tragen und mit schönen Bildern undWappen prangen konnten.

Die erste dieser Verbindungen war dem Alter und blieb auch dem Range nach die imJahre 1617 in Weimar gestiftete „Fruchtbringende Gesellschaft" oder der „Palmenorden".Ihr Zweck sollte die Pflege des Deutschtums, die Verbannung der welschen Mode und derFremdwörter und die Erstrebung von Reinheit in Stil und Aussprache sein. Die Gesellschaftzählte bis 1668 über achthundert Mitglieder, darunter gegen neunzig Fürsten; die übrigenwaren Edelleute und Gelehrte. Dieselben führten Beinamen, welche von dichterischen Stimmungenhergeleitet waren oder an die Eigenschaften von Pflanzen und Früchten anklangen, z. B. der

Spielende, der Träumende,

der Nährende, der Schmack-hafte, der Mehlreiche. Seineeigentlichen Ziele hat der„Palmenorden" nur lässigverfolgt; man bediente sichin ihm nicht nur fortwäh-rend der Fremdwörter, son-dern oft geradezu der fran-zösischen Sprache. Späterwurde die Gesellschaft nachHalle verlegt; am Ende dessiebzehnten Jahrhunderts löstesie sich allmählich auf.

Nicht nur ihrer innerenMängel, sondern auch deräußeren Umstände wegen konntedie Fruchtbringende Gesell-schaft wenig wirken, da ihreJugendjahre in den dreißig-jährigen Krieg fielen. Auchandere ihr nachgebildete Ver-einigungen mit den gleichenAbsichten entstanden in dieserZeit, welche die Notwendig-keit solcher Bestrebungen zwarbesonders eindringlich zeigenmußte, ihrer Durchführungaber auch unüberwindlicheHindernisse entgegensetzte. So1633 in Straßburg die „Auf-richtige Tannengesellschaft",

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Gesellschaft Nahmen/Vorhaben/Gemählde und Wörter: Nach jedes EinnahmeFranckfurt am Mayn/bey Mattheo Merian. H.V6. XXXXVI."