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Zweiter Band.
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Fünftes Bnch. IV. Die Litteratur der Nachahmung.

1643 in Hamburg die „Deutschgesinnte Genossenschaft" oder „Rosengesellschaft", und im fol-genden Jahre zu Nürnberg die den süßlichen Zeitgeschmack eines künstlichen Schäferwesenspflegende Gesellschaft der Hirten an der Pegnitz (S. 169), auch „Hirten- und Blumenorden"genannt. Aber auch die erst später nach dem Frieden entstandenen Schwestern des „Palmen-ordens", wie der im Jahre 1658 in Pinneberg begründete „Elbschwanen-Orden", krankten andenselben Übeln, an der geistigen Unfähigkeit und der Verliebtheit in blendende Formen. Ver-stiegen sie sich doch bis zu der Lächerlichkeit, in welcher sich namentlich der Dichter Philippvon Zesen hervorthat, alle Wörter, die Ähnlichkeit mit fremden haben, wie Krebs und Nase,für Fremdwörter zu halten, und sogar Eigennamen wie die der antiken Götter, übersetzen zu wollen!

Faksimile des Titelbildes aus: „Pegnesis Zweyter Theil: begreifend acht Feldgedichte derBlumgenoß-Hirtm an der Pegnitz Geistliches Inhalts: meist verfasset und hervorgegeben^ durch Floridan. Nürnberg.Gedruckt bei Wolf Eberhard Felsecker L.. 6. LOOI>XXIX."

Ernsteren Charakters waren die „Deutschen Gesellschaften", deren erste sich im Jahre 1697in Leipzig bildete. Doch auch ihr Wirken war kein nachhaltiges; die Sucht der Nachahmungfremder Erzeugnisse wucherte fort.

Die deutschen Dichter des siebzehnten Jahrhunderts genießen zwar den Ruhm, sich vonder herrschenden Sprachmengerei in hohem Maße frei gehalten zu haben; aber Volksdichterwie Hans Sachs und Fischart im sechzehnten Jahrhundert waren sie nicht. Wie ihre Vorbilder,die neuesten französischen und italienischen Poeten ihrer Zeit, und wie die ganze damals fürgebildet und vornehm geltende Gesellschaft schloffen sie sich hochmütig vom Volke ab. Es warauch nicht sehr schwierig, Dichter zu heißen; jeder kaiserliche „Pfalzgraf" hatte das Recht, durch