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Zweiter Band.
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Das Heer Friedrich Wilhelms I. Aufnahme der Salzburger in Preußen.

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Recht, die Jagdfronden der Unterthanen aber als eine Pflichtdarzustellen suchte und für die Wilddiebe und deren Hehlerdie Todesstrafe verlangte.

Indes ging der Vater des Großen Friedrich in seinenLiebhabereien keineswegs auf; er traf eine Menge Maßregelnzum Schutze des Volkes, zur Förderung des allgemeinenWohlstandes und zur Hebung der einheimischen Industrie.Die Bemühungen seiner Vorfahren, Ansiedler herbeizuziehen,setzte der König fort; er begünstigte die französische Kolonie,obschon er die Franzosen haßte; er sorgte für die VergrößerungBerlins, wobei er freilich Leute, die er für vermögend hielt,zum Häuserbauen zwang, gleichviel ob es sie zu Grunde richtete.Am meisten war er dem Anbau des teilweise wüst liegendenOstpreußen förderlich, wo er auf den Domänen die Leibeigen-schaft aufhob und den Bauern ihre Güter, die sie als Lehenhatten, zu freiem Erbe gab. Ein Freund streitsüchtiger Theo-logen war der König nicht; er wünschte, daß wahre Gottes-furcht die Gemüter erfülle; für die um ihres Glaubens willenBedrängten hatte er ein warmes Herz. Das bewies er denvertriebenen Böhmen und namentlich den Salzburgern gegen-über. Als in Salzburg Anton Freiherr von Firmian imJahre 1727 Erzbischof geworden war und im Vereinmit den Jesuiten seine protestantischen Unterthanengewaltig bedrückte, um sie zum Bekenntnis des katho-lischen Glaubens zu zwingen, waren mehr als zwanzig-tausend Gebirgsbauern zu dem „Salzbunde" zusammen-getreten und hatten geschworen — wobei ein jeder zurBekräftigung ein wenig aus einem gemeinsamen Gefäßentnommenes Salz verschluckte — als Bekenner derlutherischen Religion zu leben und zu sterben. Schließ-lich wurde den Bedrückten erlaubt, auszuwandern:etwa dreißigtausend verließen 1731 und inden nächsten Jahren ihr Vaterland. DieHälfte dieser vertriebenen Salzburger folgteder Einladung König Friedrich Wilhelms I.und zog nach den preußischen Landen, wodie meisten in Ostpreußen angesiedelt wurden.

Der König ließ ihnen Häuser und Kirchen,ja ganze Dör-fer bauen undsorgte dafür,daß der Salz-burger Erz-bischof nichthinderndurfte, daßein preußi-scher Kom-missar dieHöfederAus-getvandertenfür dieselben

Salzburger Emigranten.

Faksimile einer Darstellung aus: „Richtige MarschCarten der Saltzbnrgischen Emigranten oder derenZug aus Saltzbnrg durch das Reich in die Königl.Preusischen Lande. Nürnberg bei Peter Conrad