Die Tracht des achtzehnten Jahrhunderts.
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zu Ende des Jahrhunderts spitz und war mit hohenHacken versehen.
Den Charakter des deutschen Hauses zu jenerZeit und das Leben unter seinem Dache zeichnet einehübsche Schilderung von Oskar Schwebet so vortrefflich,daß sie hier wiedergegeben sein möge:
„Das saubere Haus war von verhältnismäßigkleinen Dimensionen, ohne viel anderen Schmuck alsein Paar Gipsarabesken in den unregelmäßigen Liniendes Zopfstiles über den Fenstern des unteren Stockwerkesund über der Hausthür, deren Messingbeschlag „blitz-blank" gescheuert war. Hausflur und Treppe wurdenaufs Peinlichste rein gehalten; weißer Sand lag aufden Stufen, und an Festtagen duftete wohl der Kalmusauf den Dielen. Das Treppengeländer war von treff-licher, durchbrochener und schwarzüberstrichener Eisen-arbeit. Die Zimmer waren nicht allzu geräumig, aberverhältnismäßig hoch; einfache Papiertapeten schmücktenihre Wände; noch aber zeigte die Thür ein wenig vonder altbeliebten Bildschnitzerei. Die Ausstattung war ein-fach; durchaus schlichte Möbel füllten die bürgerlicheWohnung; nur der Spiegel mit seinem verknöpften Auf-sätze, nur die Kommode mit den blanken Messingschildernstanden als wahre Prunkstücke da und bildeten deshalbauch den Stolz des Hauses. Luxusartikel oder besserdie allgemein vorhandenen Schmuckgegenstände des Hauseswaren das neuerfundene Porzellan, die echt chinesischenoder die Meißener Nippes, die Tassen und die Kannenmit dem blauen Zwiebelmuster, das blanke Zinn, dasschimmernde Kupfer der Küche, aus welches letztere diewirtschaftliche Hausfrau ganz besondere Stücke hielt,sowie das altererbte, schön geblümte und damascierteLinnenzeug. Was dieses schlichte Haus indes zu einemEhrenhause machte, das war dessen strenge, echt bürger-liche Zucht. Frühe begann der Tag und frühe endigteer. Noch hatten die französischen Encyklopädisten keinenEinfluß auf das deutsche Haus gewonnen; noch wardgemeinschaftliche Morgen- und Abendandacht gehalten.Vielleicht vermochte es die Hausfrau, den Gesang derHausgenossen, unter welchen die Dienstboten noch indem alten, patriarchalischen Verhältnisse zur Herrschaftstanden, auf dem Klaviere zu begleiten; vielleicht lasdieser oder jener ehrbare Bürger und Beamteter ausLuthers Hauspostille oder aus Aruds wahrem Christen-tume vor. Die Kinder sowie das Gesinde wurdenäußerst streng gehalten; das Wort „Subordination"hatte einen hellen, hohen Klang. Es war eine der erstenPflichten: „Man darf nicht raisonnieren!" Ein jedesthat im Hause gern und freudig seine Pflicht!
Diese Ehrbarkeit, welche im Hause herrschte unddie Erziehung voll und ganz durchdrang, übte einenbestimmenden Einfluß auch auf das bürgerliche Leben
Berliner Haartrachten im 18 . Jahrhundert.Faksimiles der Radierungen von Daniel Chodowiecki.Originalgröße.