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Zweiter Band.
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Z 18 ' Fünftes Buch. VII. Der alte Fritz.

denen er auch Militärpferde zum Ackerbau überließ. Zwanzig Millionen Thaler aus derStaatskasse und Steuerbefreiungen bewilligte der König zur Linderung der dem Lande vomKriege geschlagenen Wunden.

Aber noch ehe der Friede unterzeichnet war, trat die Schule in den Bereich seinereifrigsten Fürsorge. Mit dem General-Landschulreglement vom Jahre 1763 verfolgte derKönig das Ziel, der durch ungebildete Küster und Schulmeister genährten Unwissenheit unterdem Volke zu Leibe zu gehen und einer sowohl vernünftigen wie christlichen Erziehung die Wegezu bahnen. Die Verpflichtung zum Schulbesuche, unrichtig „Schulzwang" genannt, feiertedamals ihre Geburtsstunde und erstreckte sich bereits vom fünften bis zum dreizehnten odervierzehnten Altersjahre; den widerspenstigen Eltern aber drohte Exekution.

Ebenso notwendig machten die traurigen Folgen des Krieges eine Vermehrung derGewerbthätigkeit. Nach der Art und Weise des „aufgeklärten Absolutismus" wurden neue

Erwerbszweigevon oben herab ge-fördert und zumTeil sogar vorge-schrieben. Nament-lich in einer Zeit,wo das durch denvorangegangenenund auswärts nochvielfach herrschen-den höfischen odermilitärischen De-spotismus einge-schüchterte Volkkeine eigenen An-triebe zur Förde-rungseinesWohleskannte, war die-ses Vorgehen zurHebung der allge-meinen Kultur ge-boten und vongrößtem Nutzen.Friedrich II-, wel-cher die Bepflan-zung der Fried-höfe mit Maul-beerbäumen be-fohlen hatte, hielt nun die Prediger, Küster und Schullehrer zur Beschäftigung mit demSeidenbau an. Papier-, Porzellan-, Tabak-, Woll-, Baumwoll-, Leinen-, Seiden- und vieleandere Fabriken wurden durch seine Regierung gegründet; durch Überweisung von Geldbeträgenwurde tüchtigen Bürgern zur Errichtung von industriellen und gewerblichen Anlagen Vorschubgeleistet. Der König bereiste das Land öfter und erkundigte sich eingehend und mit großerSachkenntnis nach der Lage der Land- und Forstwirtschaft, der Gewerbe, des Wohlstandes,der Armut und aller möglichen Verhältnisse.

Um die heimische Industrie zu fördern, hielt Friedrich II. strenge Schutzzölle aufrecht.Mit diesem Punkte stand diejenige Seite der Wirksamkeit des Königs im Zusammenhange,welche keine oder nur geringe wohlthätige Folgen hatte. Freilich war es notwendig, der Staats-kasse, welche durch den Krieg und die Heilung der von ihm verursachten Schäden erschöpft war,neuen Zufluß zu verschaffen. Diesen suchte Friedrich seit 1766 in einer neuen Organisation

Familie eines preußischen Offiziers nach Friedensschluß.Faksimile der Radierung von Georg Friedrich Schmidt (1712—1775).