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Zweiter Band.
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Kulturarbeit Maria Theresias und Josefs II. 327

sprechen und schreiben war alles, was bei ihnen gelernt wurde. Der Leibarzt Maria Theresias,Professor Gerhard van Swieten, ein Mann der Mitte, welcher sowohl die Aufklärung, wiedie Dunkelmänner bekämpfte, war es, welcher die Kaiserin zuerst auf diesen schweren Mißstandaufmerksam machte und in fast zwanzigjährigem Kampfe den Jesuiten die Censur, welche sieausübten, und die Leitung der Universitäten entriß. Die Kaiserin nahm daher die durchClemens XIV. verfügte Aufhebung des Ordens (1773) ohne Widerspruch an und ließ siePünktlich vollziehen, aber mit größerer Schonung als dies in irgend einem anderen Landegeschah. Das Vermögen des Ordens verfiel der Konfiskation, seine älteren Glieder wurden

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Straßenscene in Wien, 1733. Mit der Ansicht des Daunschen Palastes „aus der Freyung".Faksimile des Kupferstiches von I. A. Corvirms; Originalzeichuung von Salomon Kleiner ( 1703 — 1759 ).

pensioniert, die jüngeren als Geistliche oder Lehrer angestellt, die Novizen entlassen; die„moralischen" Schriften der Gesellschaft wurden verbrannt, meist von Jesuiten selbst. Soweitdie Ordensglieder ihr Vermögen vor der Wegnahme nicht nach dem Auslande zu flüchten ge-wußt hatten, fand es Verwendung zu Schulzweckcn; auch ihre Gebäude wurden der Kirche undSchule erhalten. Die Universitäten erfuhren nun eine Reform: ausfallenderweise mehr nachdem Muster der französischen, als der deutschen Hochschulen, so daß sie durchaus Staats-anstalten ohne Korporationsrechte wurden und ihr Hauptzweck in der Ausbildung der Beamten,nicht aber in der Pflege der Wissenschaften bestand. Die Neuerungen in den Gymnasien führten,da die Lehrer an denselben meist Exjesuiten waren, nicht wesentlich über das jesuitische Systemhinaus. Die Volksschulen dagegen wurden nach preußischem Muster reorganisiert, blieben aber