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Sechstes Buch. I. Sturm und Drang.
jene der Gerichte, denen sie etwa in die Hände fallen könnten, besser ertragen zu lernen.Die Bande des Krummfinger-Bälthasar, welche schon seit Anfang des achtzehnten Jahrhundertsbestand, war um die Mitte desselben in der Stärke von hundertsünszig Mann über Schwaben,Baiern, Sachsen, Hannover und Hessen verbreitet; ihr Anführer bediente sich eines Siegelsund ernannte seine Untergebenen zu Hof- und Regierungsräten und anderen Würden. Weitereberüchtigte Räuberhauptleute der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts waren der sogenannteSonnenwirtle, Friedrich Schwan aus Vaihingen der Held von Schillers „Verbrecher aus ver-lorener Ehre", der „Hundssattlcr", der „Hannickcl", Mathias Klostermaier der „bairische
Exekution des Mordbrenners Höxner zu Berlin im Jahre 1786. Letzte Hinrichtung durch Feuer in Berlin.
Hiesel", der „Konstanzer Hans" und andere, die meist am Galgen oder auf dem Rade endeten.Den größten Schrecken aber verbreitete seit 1790 die schon Jahrzehnte vorher entstandene„niederländische" Räuberbande, die sich wieder in eine brabantische, holländische und MersencrHauptbande sowie in kleinere Banden verzweigte; je nachdem der Krieg seinen Schauplatzwechselte, hausten sie bald links, bald rechts vom Rheine, und verbreiteten sich sogar bis inden äußersten Süden und bis in den Osten Deutschlands. Das Grenzdorf Mersen an derMaas bildete ihr Hauptquartier, in dem die große Niederlage geraubter Güter war. DerVolksaberglaube wähnte, der Teufel trage dort alles zusammen, und nannte daher die Räuber„Bocksreiter". Unter denselben waren namentlich Juden stark vertreten, denen z. B. derPatriarch der Bande, Jakob Moyses, und die berüchtigten Räuberführer Abraham Picard, der