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Zweiter Band.
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Sechstes Buch. VIII. Die realen Wissenschaften und die soziale Frage.

Gießen und Schmieden des Eisens.

Erzrelief von Friedrich Trake (1805—1882) am Denkmal Beuths von Aug. Kiß (1802—1865).

Zahlreiche land- und forstwirtschaftliche Lehranstalten entstanden schon in den ersten Zeiten desJahrhunderts und weiterhin. Der schlesische Pfarrer Dzierzon erwarb sich um die Kenntnisund die Zucht der Bienen wirkliche Verdienste. Für die Hebung der Gewerbe und ihre Ver-edelung durch die Kunst, nicht minder auch für die Erkämpfung der Handels- und Gewerbe-freiheit hat Christoph Wilhelm Beuth (1781 —1853), als Oberregierungsrat in Berlin Be-deutendes gewirkt.

Das Gebiet der technischen Erfindungen, Verbesserungen und Einrichtungen ist kwunationales; seinem ganzen Wesen nach erstreckt es sich über alle Kulturvölker. Deutschlandnimmt auf demselben keine Stellung ein, die sich von derjenigen der übrigen modernen Nationentrennen und besonders behandeln ließe. Es genüge daher, auf einige besonders interessanteZüge hinzuweisen.

Die unzweifelhaft wichtigste Erfindung unseres Jahrhunderts, die der Eisenbahnen, fandihren Eingang in Deutschland im Jahre 1835 durch Eröffnung der kleinen Strecke Nürnberg-Fürth. Drei Jahre später wurden die Schienenwege Wien-Agram und Berlin-Potsdam, 1839Dresden-Leipzig in Betrieb gesetzt. Das nämliche Jahr sah auch in Dresden die erste Her-stellung einer Lokomotive, welche Industrie sich dann besonders durch Borsig (geb. 1804) indessen Maschinenbauanstalt zu Berlin beträchtlich hob. Am 1. Mai 1890 besaß das deutscheReich Eisenbahnen in einer Länge von 42022 Kilometern und Kunststraßen von weit über100000 Kilometern. In Deutsch-Österreich hatte zu derselben Zeit das Eisenbahnnetz eineGesamtlänge von 14683 und in der Schweiz von 3060 Kilometern. In letzterer feierte derEisenbahnbau durch Errichtung der Rigibahn (1871) und durch Eröffnung der von Deutsch-land, Italien und der Schweiz gebauten, den St.-Gotthard in einem gewaltigen Tunnel durch-schneidenden Bahn (1882) seine größten Triumphe. Auch sonst sind in der Schweiz kühneBergbahnen, teils im Zahnrad-, teils im Drahtseil-System, sowie elektrische Eisenbahnen inverschiedenen Gegenden gebaut worden.

Die in den vierziger Jahren eingeführten elektrischen Telegraphen wurden zuerst inDeutschland (seit 1876) unter die Erdoberfläche versenkt. Das deutsche Reich besaß im Jahre 1890ein Gesamttelegraphennetz von 98391 Kilometer Linien- und 334083 Kilometer Drahtlängc;in Deutsch-Österreich beträgt die Länge der Linien 41759, in der Schweiz 9279 Kilometer. Zudieser Zeit versahen den telegraphischen Dienst im deutschen Reich 16408, in Deutsch-Österreich3649, in der Schweiz 1347 Telegraphenanstalten, von denen auf je hundert Einwohner in Deutsch-land fünfundfünfzig, in Österreich vierzig, in der Schweiz 124 Telegramme befördert wurden.

Der Fernsprecher (das Telephon) wurde im Jahre 1860 durch einen Deutschen, Reis,erfunden und seit 1877 in Deutschland eingeführt.

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