Band 
[1. Band.]
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Kräfte zu theilen, ist mehr als gefährlich, ist vielmehr einVerbrechen; einzeln zu kämpfen, d. h. sich schlagfertig machen,in der Vertheidigungsauslage bleiben, das allein kann dieStunde der Gefahr in Etwas verzögern und aufhalten.

Wenn wir nicht auf die Elemente der Wiedergeburt,welche uns übrig bleiben, achten, werden sie dann nicht immerschwächer und unscheinbarer werden? Das verhängnißvolleWort: Es ist zu spät, das wir schon so oft haben aus-sprechen hören, wird es nicht ein allgemeiner Ausruf werden?Die Gegenwart stellt sich unserem Blicke als in ihren Grund-festen wankend dar. Ein dichter Schleier, welchen jeder Tagin Etwas lüftet, breitet sich über unsere Zukunft aus. DieZukunft erfüllt die Einen mit Hoffnung, mit Schrecken dieAnder»; doch was sie bringt, ist für Alle Geheimniß. DieEinen begrüßen sie als die goldne Zeit, wo die Tugend unddas Gute unumschränkt herrschen, die Andern stellen sie alsdas absolute Reich des Dösen dar; aber Alle blicke» mitgleicher Besorgniß anf sie hin. Das steht fest: die Zu-kunft bringt, was wir gesäet, und je nachdem die eineoder andere Richtung in ihr vorherrschend ist, wird auch dasUrtheil über unsere Gegenwart gefällt werde». An der Gegen-wart erkenne die Zukunft. Also die Zukunft bringt her-vor, was wir gesäet haben.

Was haben wir im Hinblick darauf in unserer Lage undStellung zu thun? Zu jammern? Das wäre Kinderei.Alles gehen lassen, einschlafen und sich auf einen unerwartete»Zufall verlassen? Das wäre Fatalismus. Was soll mandenn thun? Man muß kämpfen. Kämpfen, d. h. anfangen,sich selbst zu bezwingen, indem man sich vor allen Vorurtheileuhütet, damit man durch mit Erfolg gekröntes, ruhiges Forschendie wahre Ursache, den wahren Grund des Uebels der Jetzt-zeit entdecke, es darnach an der Wurzel erfasse, und es mitihr gründlich, gleich einem Krebsschaden, herausschneide. Wasauch das Schicksal der Welt sein mag: Gutes erzeugt Gutes,eine muthige That wird auch ihre Früchte tragen und mit