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„Während der Revolution stand die Religiondes klassischen Alterthums in ihrer höchsten Blüthe.Es war dies kein Gaukelspiel nach alexandrini-scher Art. Paris schien die natürliche FortsetzungAthens und Roms zu sein.
„Dieser für jede positive Religion unempfindliche Geisterlosch unter dem Kaiserreiche fast gänzlich; die GötterGriechenlands waren nur noch in den Theatern und dierömische Tugend nur noch auf dem Schlachtfelde zu finden.Ein neuer Glaube hatte sich erhoben, der sich in dem einenWorte: »Napoleon« zusammenfassen läßt; und lebt noch bisauf die heutige Stunde in der großen Masse des Volkes.
„Es ist in der That ein großes Unrecht, wenn man demfranzösischen Volke, weil es nicht mehr an Christus und seineHeiligen glaubt, Irreligiosität vorwirft. Die Religiousverach-tung in Frankreich besteht vielmehr darin, daß man nur^ an Einen Menschen, statt an unsterbliche Götter^ glaubt. Wer möchte wohl noch den Vorwurf zu rechtfer-tigen wagen: Die Franzosen sind irreligiös, weil sie weder anJupiter, an Diana, noch an die Venus glauben? Dieser letztePunkt ist unumstößlich; und soviel wird man mir auch zuge-i stehen, daß die Franzosen im Vergleich mit den Griechen doch; stets noch orthodox gewesen sind." ')
i Friedrich von Schlegel zeichnet in seiner „Philo-sophie der Geschichte" mit scharfen Zügen das in derBrust von Europa wiedergeborne Heidenthum, welches, durch
1) I)e I'^IlemsAns, prel. II. — Dank dem Studium der heidnischenSchriftsteller in den Gymnasien und auf den Universitäten, fährt dasHeidenthum, die mythologische Religion in Deutschland zu herrschenl fort, und mit der revolutionären Idee sind auch die Folgen unver-
meidbar- Man sehe im „Nagenden Wurm" S. 216 und 2l7 dieZeugnisse Göthes, weicher wirklich den Jupiter verehrt; Fener-bachs, welcher alle Götter des Olymp anbetet, rc. Vergessenwir ja nicht, daß die deutsche Revolution des Jahres1848 von der Universität Wien ausging!