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Tacitus sei ein Aristokrat oder ein Schwätzer gewesen? Wassage ich, Tacitus? Selbst diesen Brutus, dessen Bild-niß Ihr vor Euch habt, müßte Hebert wie mich ausder Gesellschaft vertreiben; denn bin ich ein Duckmäusergewesen, so war ich es mit Tacitus und Macchiavel,mit Thrasybulus und Brutus."')
Hundert Andere reden, wie wir sogleich sehen werden,dieselbe Sprache. Die Bewunderung des Brutus wird einwahres Fieber, eine epidemische Krankheit, die sich über ganzFrankreich ausbreitet. Die Provinzialstädte, ja selbst dieDörfer hallen von seinem Namen wider. Samt-Pierre-le-Moutier im Departement Nisvre betitelt sich: Lrutus leNgßnLvlmo. Die Gemeinde Ris bei Corbeil wählte ihn zumSchutzheiligen ihrer Kirche. Am 10. Brumaire des Jahres II.tritt sie vor die Schranken des Konventes und der Sprecherhält folgende Rede:
„Bürger! Unser seitheriger Patron war St. Blasius;allein ein junger Freiwilliger hat uns von Brutus gesprochenund seine Thaten uns erzählt. Da haben wir nun den hei-ligen Blasius vertrieben und Brutus seine Stelle einnehmenlassen. Allein zwei Dinge stehen uns noch im Wege, nämlichder Name Ris, der Name eines weiland Marquis, unseresTyrannen, und unser Pfarrer. Dekretirt deßhalb, daß unsereGemeinde künftighin die Gemeinde des Brutus genanntwird, und daß wir keinen Pfarrer mehr haben sollen. Wirlegen auf Euerem Bureau das Banner des heiligen Blasius,den Kelch und alle anderen Kirchengeräthschaften nieder."
Hierauf sangen die Bittsteller ein patriotisches Lied; das-selbe ward mit Beifallgeklatsch überschüttet, und alle ihreBitten zu Beschlüssen erhoben. Bald darauf kündigt einVolksverein dem Convente drei Neuigkeiten an, die ihn mitFreude erfüllen: „Die Arbeiter arbeiten an den ei-äevant
1) Vieux Loräetiei', o. 6. x. 66; 11 . 5. p. 125.
2) Monlt. ebend.