Band 
[1. Band.]
Seite
181
JPEG-Download
 

181

würde sich nicht für den König von Epirus, nochder geringste Römer für Jugurtha hingegebenhaben. Das französische Volk erhebt dich also vielmehr,statt dich zu bestrafen. Ein ächter Republikaner ist wedergrausam noch blutdürstig; er ist stark wie Cato; seine hoheund stolze Seele vertreibt wohl die Könige, erniedrigt sichaber nicht, sie zu bestrafen." ')

Trotz der Vertheidigungsrede Leforts entschied der Kon-vent, daß Ludwig gerichtet werden könne.

Von wem soll er gerichtet werden? Durch ihrOrgan, Robespierre, antworten die Römer: Er soll vomKonvente gerichtet werden. „Welchen Entschluß," ruft derrasende Tribun aus, „schreibt die gesunde Politik für dieBefestigung der entstehenden Republik vor? Den Ent-schluß, die Verachtung gegen die Königswürde tief in AllerHerzen einzugraben, und alle Anhänger der Könige in Schreckenzu setzen.

„Wenn eine Nation gezwungen worden ist, zum Rechteder Jnsurrection ihre Zuflucht zu nehmen, so kehrt siein Betreff des Tyrannen in ihren natürlichenZustand zurück. Wie kann sich dieser nun auf den Ge-sellschaftsvertrag berufen?'') Er vernichtet ihn ja, alleGesetze verschwinden. An ihre Stelle treten die der Natur;diese aber ist die Grundlage der Gesellschaft selbst, dasWohl des Volkes....

„In welcher Republik wurde die Nothwendigkeit bestritten,daß der Tyrann bestraft werden müsse? Wurde Tarqui-nius vor Gericht gezogen? Was würde man inRom gesagt haben, hätten sich Römer zu seinenVertheidigern auszuwerfen gewagt? Ich verlange,daß der Nationalconvent Ludwig als Verräther an dem fran-

1) Monit. Bd. XIV. S. 594.

2) Eine buchstäbliche Nachahmung der Römer-

3) Eine rein heidnische Mythologie.