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Fünfzehntes Kapitel.
Geschichte des politischen Königsmordes.
Sie ist dieselbe wie die des Selbstmordes — Der Köuigsmordwar sehr allgemein im Alterthume — Unbekannt im Mittelalter —Sein Wiedererscheinen mit der Renaissance — Erklärung dieserThatsache — Worte der Herren Chauffour und Pagos — Stelleaus Cicero — Königsmord, begangen im Namen des Brutus —Geschichte Oligati's — Gestiert von den Schriftgelehrten derRenaissance - Brutus als Gegenstand der Bewunderung für dieJugend der Collegien — Tragödie des ?. Poree — TragödieVoltaire's — Die Revolution und die Brutusverehrung — WorteCondorcets — Die noch andauernde Bewunderung für Brutus undden antiken Republikanismus — Zeugniß Ruffini's — HeutigeSocialisten — Allgemeine Folgerungen.
Die Geschichte des politischen Königsmordes, deren denk-würdigstes Beispiel wir soeben angeführt haben, endigt nichtmit Ludwig XVI.; ihre blutigen Jahrbücher gehen bis ausunsere Tage, und gebe es Gott, daß wir die letzte Seite der-selben gelesen haben. Dürfte es nicht für jeden Fall geeignetsein, einmal bis zu dem Entstehen dieser Familie der Brutus,welche heute über die ganze Erde verbreitet ist, dieser Dy-nastie des Dolches, vor der die Welt sich entsetzt, hinabzu-steigen? Ist es nicht nothwendig, den Ursachen dieser Epi-demie des Königsmordes in den modernen Zeiten, die inweniger als zehn Jahren die Reise durch Europa ge-macht hat, nachzuforschen?
Für die Bravo's unserer Tage, wie für ihre Vorfahren,sind Republikaner und Königsmörder zwei bezeich-nende Worte, zwei sich ergänzende Gedanken. Die Liebe zurFreiheit und die Republik, wie sie dieselben verstehen, habensie zum Hasse gegen das, was sie Tyrannei nennen, ent-stammt und sie zu dem Meuchelmorde derer getrieben, welche