IV
Vorwort.
Erstens. Die Geschichte ermächtigt uns, wenn siegewissenhaft befragt wird, zu der Antwort, daß man in sehrvielen Punkten die Mißbrauche, welche das Motiv oder denVerwand zu der Revolution abgaben, übertrieben, öfterseine nur vorübergehende Thatsache als einen permanentenZustand der Dinge hingestellt und für das, wofür nurEinige einzustehen hatten, Alle oder doch die Mehrzahlverantwortlich gemacht, daß man in Folge eines Mißbrauchesder den Leidenschaften geläufigen Worte den gebührendenGehorsam und die untadclhafte Ausübung des Rechtes mitden Namen Knechtschaft, Bedrückung und Ungerechtigkeitgebrandmarkt hat.
Zweitens, daß die thatsächlichen Mißbräuche, derenZahl und Größe wir nicht bestreiten, anders als durch dieRevolution hätten abgeschafft werden können. Selbst dasKönigthum kam den Reformen entgegen, der Adel nahmsie an, der Klerus zeigte sich bereit zu solchen und machte,um alle Interessen zu sichern, das großherzige Anerbieten,das Deficit in den Finanzen zu decken.
Drittens, daß das eigentliche Mittel zur Beseitigungder Mißbräuche in der Verhinderung der Revolution, stattin deren Herbeiführung, im Herauskommen aus derselbenstatt im Betreten ihrer gefahrvollen Bahn bestand.
Viertens, daß die Revolution durch die Abschaffungder Mißbräuche nur ihr eigenes Werk zerstörte. Die Re-volution war leider, ehe sie im Jahre 1789 bürgerlichward, königlich und aristokratisch gewesen. Sie hattebesonders seit Richelieu die ewigen Gesetze der Gerechtigkeitund Billigkeit bei den höheren Klassen in Vergessenheit ge-rathen lassen und diese Stände angetrieben, einen Theil der