Band 
[1. Band.]
Seite
12
JPEG-Download
 

12

ungehörigste Weise miteinander verwechselt. Die hochwür-digen Narren haben fünfzehn Jahrhunderte langEuropa mit ihrem Unsinne erfüllt. . . Ich jage sonderbare undgrausame Phantome von mir fort, an ihre Stelle setze ich dieursprünglichen Gesetze: Vernunft, Menschheit, Natur.Dies sind die Götter, die ich anbete, die Gottheiten, welchedie Erde für die ihr von den Tyrannen und Priestern berei-teten Leiden trösten werden.

„Ich erblicke in der Moral von Sokrates bis aufunsere Tage eine dreitausendjährige Lücke. ... Die Fol-gerung springt in die Augen, man muß auf Sokrates zurück-gehen, nm die Fäden der Natur wieder zu ersassen." ')

Begeistert verlangt der Convent den Druck dieser Rede.

Nach Chaumctte, Robespierre, La Vicomterie und vielenAnderen kommen Boissy d'Anglas und Lequinio, welche, dieIdeen ihrer Vorredner immer weiter entwickelnd, ein vollständigesReligionsgesetzbuch, denjenigen Griechenland's und Rom's an-gepaßt, abfassen. Wir werden diese interessanten Documentespäter analystren.

Doch ist die erfundene, von diesen neuen Hierophantenausgearbeitete amtliche Religion mit ihrer natürlichen Moral,ihren griechischen und römischen Festen nur die erste Phaseder von der Revolution unternommenen Reconstruction. DieReligion der Theophilanthropen kennzeichnet die zweite. Diesein ihren Dogmen durchaus rationalistische, in ihrer Moralsokratische, in Betreff ihres Cultus römische Religion ist einzweiter Schritt zu der Wiederherstellung des Polytheismus.Man sieht, wie die Theophilanthropen als getreue Nachahmerder Alten das heilige Feuer anbeten, dem höchstenGotte Opfer und den niederen Göttern Libationen darbringen.

Mit der Thre'i'cie tritt endlich die dritte Phase oderder dritte Schritt zu der vollständigen und materiellen Wieder-herstellung des klassischen Polytheismus ein. Wir werden die

N Mvnit. 20. Vend. des I. III.