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vor der Vernunft. Alle Sekten müssen in der all-gemeinen Religion der Natur aufgehen.

„Herrschsüchtige Priester, erwartet nicht, daß wir uns umdie Wiederherstellung eurer Herrschaft bemühen. Welche Ge-meinschaft besteht zwischen den Priestern und Gott? DiePriester sind für die Moral, was die Quacksalber für dieArzncikunde. (Lebhaftes Beifallrufen.) Wie verschieden ist derGott der Natur von dem Gotte der Priester! Ich kennenichts dem Atheismus Aehnlicheres, als die Religionen, diesie geschaffen haben. Die Priester haben Gott nach ihremEbenbilde geschaffen. Sie haben ihn eifersüchtig, launenhaft,habgierig, grausam, unversöhnlich hingestellt. Der wahrhaftePriester des höchsten Wesens ist die Natur, seinTempel das Weltall, sein Cultus die Tugend, seine Feste dieFreude eines großen Volkes." ')

Als Muster für die Feste der neuen Religion werden hierauft jene Feste Griechenlands, an die man nicht ohne^ Begeisterung denken kann, genannt.

^ Das Alterthum, welches die Feste lieferte, wird auch dies Moral liefern; das Christenthum ist nur Aberglaube und Unsinn.L „Bürger," sagt La Vicomterie, „nach tausend Jahr-l Hunderten von Irrthümern, Verbrechen und Kalamitäten,nach tausend Jahrhunderten einer tiefen und allgemeinenVerderbniß, will ich zu Euch von Moral und Tugend reden.Spitzfindige Redner, Thoren, Charlatane jeder Art haben zulange schon die große Masse der Menschen nach sich gezogen,ihnen mit ihren gottesschänderischen Händen barbarische Recepte,h Gifte statt Heilmittel verschrieben. Jetzt ward das verhängniß-s volle Werk der Welt vollbracht.

„Moral ist in dem gothisch-barbarischen Wüste von Unter-scheidungen und Sophismen der Thomas, Augustinus und- Hieronymus keine gewesen. Diese einst so hochverehrten Gaukel-( spieler haben alle Begriffe von Recht und Unrecht auf die

1) Monit. 8. Mai 1794.

2) Ebend.