Band 
[1. Band.]
Seite
58
JPEG-Download
 

58

Als Festgedichte zu diesem von den reinsten mythologischenErinnerungen inspirirten Feste der Natur überschwemmen dieSchriftgelehrten Frankreich mit Hymnen in Prosa und Versen,worin sie das Glück der Wilden um die Wette verherr-liche». Der Eine von ihnen ruft aus: „Glücklicher Lapp-länder, den Zufriedenheit und Unschuld i» diesementferntesten Winkel der Welt so sehr verbergen!Du fürchtest die Noth nicht und deine Ohren find von demLärmen der Schlachten, welche öfters die blühendsten Provinzenund Städte Europa's verwüsten und zerstören, niemals berührtworden. Ohne Wünsche wie ohne Gram, frei von Schmerzenund Bekümmernissen, schläfst du ruhig, du dehnst dein fried-liches Leben mit einer beständigen Gesundheit und einem kräf-tigen Alter über ein Jahrhundert aus. Sie sind dir unbekannt,die Myriaden von Krankheiten, die uns Europäer belästigen.Wie der Vogel lebst du in den Wäldern, du säest nicht, duerntest nicht und doch sorgt der allgütige Gott für deine Nahrung.O heilige Unschuld! dein Thron ist also unter den Faunen,in den rauhesten und entlegensten Gegenden des Nordens!Willst du dich lieber unter Kleidern von Baumrinden als unterseidenen Gewändern zeigen? So haben die Alten ge-glaubt; vielleicht habe» sie Recht gehabt."

Hierauf die wissenschaftliche Ueberlegenheit des Wildenüber den gesitteten Menschen zeigend, fährt er, stets nach demBeispiele der Alten, weiter fort: „In den HeldenzeitenGriechenlands, da die Eichel noch die hauptsäch-lichste Nahrung seiner halbwilden Bewohner bil-dete, waren die Vegetabilien dieses Landes bekannter als indem Zeitalter des Theophrastes." ')

vereine und Armeen übersendet und in alle Sprachen übersetzt wer-den soll.

Visirt von dem Jnsvector,gez. Blaux.

1) Oeoaäe piiil. t. l. p. 391—393.