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Im Augenblicke, da man das eigenthümliche Fest, dessen Ge-schichte wir berichtet, feierte, schrieb Chateaubriand: „WennJemand, der sich den Genüssen des Glückes entzieht, um überdie Meere zu gehen und das größte Schauspiel, das sich demAuge des Philosophen darbieten kann, zu betrachten, über denfreien Menschen der Natur nachzudenken, wenn ein sol-cher Mann Vertrauen verdient, Leser, so wirst du ihn in mirfinden.. ..

„Man rühmt sich, die Freiheit zu lieben, und fast Niemandhat eine richtige Vorstellung von derselben. Als ich mich aufmeinen Reisen unter den indischen Völkern Canada's zum erstenMale allein inmitten eines Oceans von Wäldern befand unddie Natur, so zu sagen, zu meine» Füßen liegen hatte, gingeine eigenthümliche Revolution in meinem Innern vor. Ichdachte bei mir selbst: Hier. gibt es keine Städte, keine engenHäuser, keine Präsidenten, keine Republik, keine Könige, ins-besondere keine Gesetze und keine Menschen. Menschen? Ja,etliche gutmüthige Wilde, die, wie ich, srei Hinirren,wo der Gedanke sie hinführt, essen, wann sie wollen, schlafen,wo und wann es beliebt; und, um zu versuchen, ob ich inmeine ursprünglichen Rechte wieder eingesetzt sei, überließich mich tausend Acten meines Eigenwillens, die denlangen Holländer, der mir zum Führer diente und mich inseinem Innern für toll hielt, in Wuth versetzten.

„Vom Tyrannenjoche der Gesellschaft befreit,begriff ich damals die Reize dieser Unabhängig-keit der Natur. Ich begriff, warum kein Wilder zum Euro-päer wird und warum schon öfters Europäer Wilde gewordensind, warum die erhabene Rede von der Gleichheit derStände von unseren meisten Philosophen nicht verstanden wird.Ich für meine Person betrachtete alle übrigen zumeiner Race gehörigen Individuen mit riesenhaf-tem Auge. Die Tugenden der Wilden sind über unserekonventionellen Tugenden ebenso weit erhaben, als die Seeledieser Naturmenschen über der Seele des Menschen der