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Sechstes Kapitel.

Fortsetzung.

Feste des Kvnigsmordes und der Agricultur — Reden —Feier in Paris, in Besanqon — Der Cybele auf dem Carre derChamps Elysees zu Ehren errichteter Tempel — Erstlinge derGüter der Erde, der Göttin dargebracht.

Fest des Königsmordes. — Wie wir schon daraufhingewiesen, so braucht man das heidnische Alterthum auch nuroberflächlich zu studiren, um zu sehen, daß der Mensch von denTausenden der von ihm selbst geschaffenen Götter im Ernste nurEinen, nämlich sich selbst, anbetete. Dasselbe wiederholt sichim modernen Paganismus. Die auf's Neue vergötterte Ver-nunft betet unter dem Namen aller Gottheiten, die sie decretirt,nur sich allein an und verherrlicht bei allen Festen, die sie ein-setzt, nur sich allein. Mag sie Tempel für die Götter erbauenoder Blutgerüste für die Könige aufschlagen, in beiden Fällengibt sie ihre Souveränetät kund. Nun war aber die von ihrbefohlene und vollzogene Ermordung Ludwig's XVI. ein zuherrliches Zeugniß ihrer Allmacht, um nicht mit einer besonderenFeierlichkeit begangen zu werden.

An demselben Tage, wie das Fest des höchsten Wesensbeschlossen, läuft das Fest des Königsmordes durch die ganzeRevolution hindurch. Der „Moniteur" soll uns lehren, inwelcher Gesinnung und auf welche Weise es begangen wurde.Am 30. Nivose des Jahres II trat eine Deputation desJakobinerklubbs vor die Schranken des Konvents. „Repräsen-tanten eines freien Volkes!" sagte der Redner, „heute ist derJahrestag des gesetzlich vollzogenen Todesurtheils des Tyrannen.Ein so schöner Tag, der die Gemüther der Republikaner aneinen von der Vernunft und der Natur ') befohlenen Act alsden ersten Schritt des Glückes für die ganze Menschheit erinnert,

1) Die beiden Hauptgöttinnen der Revolution.