waren also Ohnehosen. So sollen denn auch die fünf Er-gänzungstage die Sans-Culottides genannt werden.
Der Katechismus. — Der Katechismus der Rechtedes Menschen, das heißt das Handbuch der Souveränetät derVernunft ') und der Elemente der republikanischen Moral indem heidnischen Sinne des Wortes, ward in Millionen vonExemplaren gedruckt. Er ward das obligate Buch aller Schulenin Städten und Dörfern. An den Decadi-Tagen wurden dieKinder über diesen Katechismus, den sie auswendig hersagenmußten, öffentlich befragt. Erst nachdem sie dieser Pflicht indem Tempel der Vernunft und der Brüderlichkeit nachgekommenwaren, ward es ihnen gestattet, sich, wie die jungen Republi-kaner Sparta's, im Ringkampfe und Wettlaufe zu üben.
Das Leben der Heiligen. — Die LebensbeschreibungenPlutarch's lieferten den praktischen Kommentar zu dem republi-kanischen Katechismus. Sofort bei dem ersten Auftreten derRevolution selbst hatte man die Errichtung von Gemeindebiblio-theken, in welchen in erster Linie die LebensbeschreibungenPlutarch's mit der den Lehrern obliegenden Verpflichtung, anjedem Sonntage den Kindern zwei Stunden lang daraus vor-zulesen , figurirten, verlangt.
Wie gut wußten doch alle diese Schriftgelehrten des Collegs,was sie thaten! „Säet Plutarch," hatte eines ihrer Orakelgesagt, „und Ihr werdet Republikaner ernten."Längst schon vor der Revolution waren die LebensbeschreibungenPlutarch's in einer gewissen Klasse der Gesellschaft an die Stelleder Lebensbeschreibungen der Heiligen getreten. Männer undFrauen, Kinder und Greise lasen dieses Werk. Ihm entnahm
1) Der verlangte Eid lautete: „Ich erkenne an, daß die Gesammtheitder französischen Bürger der Souverän ist, und verspreche den Ge-setzen der Republik Unterwürfigkeit und Gehorsam."
2) k'Ltes nat., xar Dequiuio, art. XIX.
3) Nereure nat. B. II. S. 908. — Lequinio reducirt sie auf eineStunde.