Band 
[1. Band.]
Seite
173
JPEG-Download
 

173

lebhaftesten Beifallsbezeugungen begrüßt. Ihr folgt die Tro-phäe der Innungen der Tapezirer, Posamentirer,Vergolder und Blumenhändler. Die Tragbahre, aufder sie Prangt, ruht auf den Schultern von Abgeordneten dieserInnungen und die Schnüre des Baldachin, der sich über ihrausbreitet, werden von jungen Mädchen im Nymphenge-wande, eineanmuthige, den Griechen nachgeahmteErscheinung, getragen. Wenige Schritte weiter nähert sichder aus Gyps gebildete Tempel der Bürger-Stein-metzen; sodann die aus kleinenBroden gebautePyra-mide, von den Bäckern getragen. Unmittelbar auf diese undihre Vorgängerin fast verdeckend folgt der Cigarre nobelisk,ein Gebilde der Industrie der Arbeiter der nationalen Tabacks-manufacturen. Endlich fallen Aller Blicke auf die Trophäedes Reisebazar's, eine Art Triumphbogen aus Nacht-fäcken, Pantoffeln, Fischgerten und sonstigem Trödel gebaut.

„Nach dem Feste des Friedens kam die kriegerische Feier;nach dem Feste der Sonne die nächtliche Erholung. Das Volkwohnte in Massen diesem republikanischesten aller Feste bei:der Erstürmung der Bastille." ')

Um Nichts zu vergessen, erwähnen wir noch, daß Parisim Jahre 1848 auch einige Göttinnen der Vernunftwiedersah. Eine von ihnen durcheilte im traditionellen Costümeder Maillard und Momoro auf einer Triumphbahre die Straßende la Harpe und der Mathurins Saint-Jacques. Sie warvon einer ziemlich zahlreichen Versammlung begleitet, die ihrohne allen Zweifel bis in den Tempel würde gefolgt sein, wennsie von demselben hätte Besitz ergreifen wollen. Allein dieseGottheiten von 1848 fanden minder glücklich als die von 1793weder die Huldigungen von Notredame, noch auch die Ehren-bezeugungen der Nationalversammlung. Hier wie anderswo

1) Man sehe die öffentlichen Blätter jener Zeit, besonders die »Illu-stration«, die eine bildliche Beschreibung dieses Festes geliefert hat.