IV
Vorbericht.
wurde und die umliegenden Bevölkerungen der Göttin dieErstlinge der Früchte der Erde darbrachten; sie haben Bacchusund sein Faß, Ceres, ihren Pflug, ihre Nymphen, ihre Aeh-ren und ihre Rinder mit vergoldeten Hörnern, Vesta, ihrheiliges Feuer und ihre Vestalinnen gesehen.
Sie haben die Religion des Sokratcs an Stelle derchristlichen Religion verkünden hören; sie haben gesehen, wiesich der Cult der Natur, der Götter und Halbgötter,von der Regierung unterstützt, aller Kirchen in Paris undeines großen Theiles derer in den Provinzen bemächtigt;sie haben gesehen, wie zahlreiche Opfer ihrer Güter undihrer Rechte beraubt, in das Gefängniß geworfen und selbstauf das Blutgerüst geschleppt wurden, weil sie sich weiger-ten, an dem neuen Götzendienste Theil zu nehimen.
Wann ist dies geschehen? Im achtzehnten Jahrhun-derte der christlichen Zeitrechnung, nach dreihundert Jahreneiner von achtbaren Ordensleuten und Priestern ohne Con-currenz der Laien, ohne Universitäts-Monopol, ohne Preß-freiheit ertheilten Erziehung.
Bon wem ist dieses geschehen? Das ist geschehennicht durch die Frauen, nicht durch das Volk, sondern durchzumeist junge, ausschließlich von der Welt- und Ordens-geistlichkeit gebildete Männer.
In wessen Namen ist dies geschehen? Im Namender mütterlichen Erziehung? Nein, denn alle diese Neuhei-den waren getauft gewesen, die meisten waren auf denKnieen einer frommen Mutter gewiegt worden; alle hattenbis in ihr zehntes Jahr die Pflichten der katholischen Reli-gion mit einem ungeheuchelten Glauben, ja mehrere sogarmit einer rührenden Frömmigkeit ausgeübt.