9
„Die Statue» der Capets sind in den Staub gerollt; siewerden in Kanonen umgeschmolzcn, um sie niederzuschmettern,wenn sie wagen, ihr Haupt wieder zu erheben und gegen dieNation z» kämpfen; wen» Einer versucht, uns neue Fesselnanzulegen, so werden wir sie über seinem Haupte zerbreche».Die Freiheit wird bei uns erst untergehen, wenn es keineFranzosen mehr gibt, und eher sollen alle Franzosen sterben, alsdaß sie auch nur einen von ihnen geknechtet sehe!
„Edle Allobroger! Ihr wünscht, der französischen Republikeinverleibt zu sein, Eure Schicksale mit den unsrigen vereintzn sehen. Der Nationalconvent wird ein so höchst wichtigesGesuch erwägen und in ernstliche Berathung ziehen; allein wieauch seine Entscheidung ausfallen mag, stets werdet Ihr inden Franzosen Freunde finden. Wie, sind denn nicht alleMenschen Bruder? Kann der, welcher ferne Gegenden durch-wandert, einen Menschen antreffe», ohne mit ihm vertraut zuwerden, er müßte denn mit einem Könige zusam-mentreffen? (Donnernder Beifall.)
„Unsere Arme sollen sich nach den Tyrannen, um sie zubekämpfen, nach den Menschen, um sie zu umfassen, nach demHimmel, um ihn zu segnen, ausstrecken. Durch unzerreißbareBande vereinigt, wollen wir einen heiteren Sängerchor bilden,welcher die wilde Verzweiflung der Könige und die Hoffnungder unterdrückte» Völker vermehren wird.
„Ein neues Jahrhundert bricht an. Die Palmender Brüderlichkeit sollen das Frontespicium desselben schmücken.Dann wird die über Europa schwebende Freiheitihre Domänen besuchen und dieser Theil des Erdballeswird keine Festungen, keine Grenzen, keine fremden Völkermehr umfassen." ')
Die vier allobrogischen Abgeordneten werden zu demPräsidenten geführt. Die ganze Versammlung erhebt sich undstimmt in den Ruf ein: „Es leben die Völker!" Der
1) Rist. pLi'Iem. äe ls köv. Bd. XX. S. 377.