Band 
[1. Band.]
Seite
38
JPEG-Download
 

38

„Für die Hängekutschen, Carossen, Cabriolets und zwei-räderigen Wagen sind zu zahlen zwanzig Franken fir denersten Wagen, vierzig für je zwei Räder des zweiten, hun-dertundzwanzig gleichfalls für je zwei Räder des dritten;so steigert sich das Verhältniß je nach der Anzahl der Wagen,der Besitzer mag nun Pferde oder keine oder nur für ein Ge-spann haben." *)

Nachdem die Revolution Frankreich ganz heruntergebrachthat, bringt sie es auch noch an den Bettelstab. Was nachder progressiven Steuer noch übrig bleibt, das nimmt sie durchdie Zwangsanlehen. Am 20. Mai 1793 decretirt sie einZwangsanlehen von einer Milliarde auf die reichen Bürger.Am 19. Frimaire des Jahres IV sagt sie: „In Erwägung,daß dringende Noth vorhanden ist, wird, um die Be-dürfnisse des Vaterlandes zu bestreiten, ein Auf-ruf zu Geldbeiträgen in Form eines Anlehens an die wohl-habenden Bürger jedes Departements erlassen. Die Anlehesoll 600,000,000 in klingender Münze betragen."

Mochten nun die Bedürfnisse des Vaterlandes nicht klargenug dargelegt sein, oder hatte man zu wenig Vertrauen aufdie gemeinsameMutter, das Ansehen ward nicht gedeckt.In Folge dessen erklärt die Revolution am 29. Nivose, es seiein Zwangsanlehen.

Weil dies Alles nicht ausreicht, nimmt man seine Zufluchtzu den patriotischen Geschenken. Gleich bei ihrer Geburt hattedie Revolution dieses Mittel angewendet und diese seine An-wendung führte folgende Scene herbei; es ist hier um somehr der Platz, sie zu berichten, weil das Genie des schönenAlterthums ^anz und vollständig in ihr hervortritt. „AmMontage, den 7. October, bittet der Präsident der Versamm-lung um Audienz für Bürgerinnen, welche kommen, umdem Vater lande ihre Kleinodien anzubieten. Sie treten

1) Monit. v. 7. Thermidor des Jahres III. —

2) Monit. v. 19. Frimaire der Jahres IV. — 3) Monit. ebendas.