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Ehe die ersten Revolutionäre dieses demokratische Gesetzdem Buchstaben nach kennen, verstehen sie doch schon den Sinndesselben. Getreu ihren aus den Kollegien mitgebrachten Er»innerungen steht man sie um die Wette die universelle Gleich-heit begehren. Am 22. October sagte Robespierre zu denMitgliedern der Constituante: „Alle Bürger, wer sie auchimmer sein mögen, sind berechtigt, alle Grade der Vertretungin Anspruch zu nehmen. Die Souveränetät wohnt in demVolke, somit ist Jeder berechtigt, zu dem Gesetze, durch welcheser verpflichtet wird, und der Verwaltung der Staatsangelegen-heiten, die auch die seinigen sind, beizutragen. Anderen Fallesist es unrichtig, daß alle Menschen in ihren Rechten gleichsind und Jedweder Bürger ist." ')
Auf Robespierre folgt Clermont-Tonnerre und for-dert die Rechte des Menschen und des Bürgers, d. h. dieFähigkeit, General, Abgeordneter und Minister zu werden:
1. Für die Schauspieler, weil sie auf der Bühne die Meister-werke des Menschengeistes, Werke voll jener heiligen Philo-sophie 2) darstellen, die, auf diese Weise allgemein zugänglichgemacht, die Revolution mit Erfolg vorbereitet hat;
2. für die Protestanten und die Juden, weil sich Gott, da ergewollt, wir sollten uns über die Moral verständigen, die dog-matischen Gesetze allein vorbehalten hat; 3. für den Henker,weil das Vorurtheil, das ihn zurückstößt, ein eitles, nicht stich-haltiges ist und nur auf Formen beruht.
Um endlich den Triumph der Gleichheit vollständig zumachen und zu sichern, wird decretirt, daß sich Jedermann mitDu anreden soll. „Der Geist des Fanatismus, des Stolzesund der Feudalität," sagen sie, „hat die Gewohnheit unteruns aufkommen lassen, daß wir die zweite Person des Pluralgebrauchen, wenn wir auch nur zu Einer Person reden. Ausdiesem Mißbrauche entstehen mancherlei Uebelstände; er begründet
1) Monit- ebendas. — 2) Zum Beispiel Voltaire's Brutus rc.3) Monit. v. 23. Dec. 1789.